Mateo Schneider, Hamburg-West
Auf den ersten Blick haben die beiden Veranstaltungen im Abstand von nur wenigen Tagen nichts miteinander zu tun. Schaut man jedoch etwas genauer hin, offenbaren sich Parallelen.
Auf einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags gestanden Vorstandsmitglieder der Bahn AG erstmals ein, mit dem heutigen Wissen über Kosten und Folgekosten von „Stuttgart 21“ hätte man das heftig umstrittene Neubauprojekt des Stuttgarter Hauptbahnhofs nicht in Angriff genommen. Mehrere Anfragen der Grünen und der Linken dazu waren vom Verkehrsministerium immer nur ausweichend beantwortet worden.

„Wir haben unser Misstrauen zum Ausdruck gebracht“

Nicht ernst genommen fühlten sich auch viele der Anwesenden während einer Informationsveranstaltung für Grundeigentümer am 25. April zu den Vorbereitenden Untersuchungen für den neuen Fernbahnhof Diebsteich. Auf besondere Kritik stießen dabei die Planungen der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen für die beiden Hochhäuser.
Bereits während einer ähnlichen Veranstaltung im September 2016 hatte es Kritik daran gehagelt. Trotzdem hatte die Behörde an ihren Planungen festgehalten und dies mit der Zustimmung vieler Anwesender erklärt. „Wir haben uns regelrecht betrogen gefühlt und unser Misstrauen deutlich zum Ausdruck gebracht“, so Patrizia Mincione von der Nachbar-Initiative „Diebsteich 23“.
Besonders erbittert die Initiative, dass das „Café Buenavista“ bedroht ist. Es hat sich in den vergangenen drei Jahren zu einem beliebten Nachbarschaftstreff entwickelt.
Zu mehr Transparenz bei den Kostenplanungen will der Verkehrsclub Deutschland VCD die Bahn AG zwingen. Er hat Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes vom Dezember 2017 erhoben (das Elbe Wochenblatt berichtete). Für eben diese Transparenz sollte eigentlich das städtische Transparenzportal sorgen. Die zum neuen Fernbahnhof Diebsteich veröffentlichen Unterlagen glänzen jedoch durch Schwärzungen sämtlicher wichtiger Passagen. Eine Praxis, die vom hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar bei „Spiegel online“ kritisiert wurde.

„Chance für Altona“
Die CDU ist bei der Verlegung des Fernbahnhofs einer Meinung mit dem Senat. Franziska Rath, Wahlkreisabgeordnete Altona: „Insgesamt gab es einen breiten fraktionsübergreifenden Konsens für die Verlagerung. Insbesondere der Eimsbüttel profitiert durch die Nähe zum neuen Bahnhof. Wichtig für die Entwicklung im Bezirk Altona ist vor allem, dass der zweite Bauabschnitt Mitte Altona mit rund 1.900 Wohnungen im Rahmen des Projektes verwirklicht werden kann. Die Planung des verkehrlichen Umfeldes muss zügig vorangetrieben werden. Für einen Bahnhof ist schließlich die schnelle und bequeme Erreichbarkeit besonders wichtig. Es bieten sich große Chancen weit über Altona hinaus, wir werden den gesamten Prozess weiter positiv begleiten!“ EW

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