Ein Herrenrad wird „Doppelstockparker“: Bezirksamtsleiter Kay Gätgens probiert es aus. Foto: mg

Kirsten Pfaue hält ihren Fahrradhelm in der rechten Hand. Die Hamburger Radverkehrskoordinatorin zu fragen, wie sie an diesem Freitagmorgen zum U-Bahnhof Hoheluftbrücke gekommen ist, erübrigt sich also. Die 44-Jährige konnte ihr Zweirad erstmals in der neuen „Bike and Ride“-Anlage abstellen, die nach einjähriger Bauzeit am Kaiser-Friedrich-Ufer entstanden ist. „Die Qualität der Anlage ist sehr gut. Es sieht sehr hochwertig aus“, sagt Pfaue.
„Die Anlage schließt eine Lücke“, so Kirsten Pfaue
Der Bezirk Eimsbüttel hat die Fläche für die Anlage zur Verfügung gestellt. Der Wendehammer für den Autoverkehr wurde dafür einige Meter nach vorne verlegt. Der Platz auf dem „B+R“-Parklatz ist dennoch knapp. Die Drahtesel können auf zwei Ebenen abgestellt werden. Der ebenfalls auf zwei Rädern angereiste Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (56) stellt sein Herrenrad beim Pressetermin vor laufenden Kameras nach oben. „Geht ganz einfach“, so Gätgens.
Der bei seinen öffentlichen Auftritten immer etwas steif wirkende Wirtschaftssenator Frank Horch (70, parteilos) muss sich in seiner Eröffnungsrede deutlich mehr anstrengen, um Begeisterung für das Radfahren in der Stadt erkennen zu lassen. „Von den Mitarbeitern meiner Behörde weiß ich, dass sie mit dem Fahrrad zur U-Bahn und anschließend mit dem Stadtrad fahren“, so Horch.
Sich derart „vernetzt“ fortzubewegen stehe auch bei den Eimsbüttelern hoch im Kurs, so Gätgens. „Das wissen wir aus der Bürgerbeteiligung unseres Zukunftskonzeptes ,Eimsbüttel 2040’.“ 50 Prozent der Befragten war dabei eine „bessere Mobilität wichtig“.

Jan Krampe von der städtischen P + R-Betriebsgesellschaft mbH hat die Aufgabe an allen U- und S-Bahnhöfen neue Fahrradplätze zu schaffen. „Wir haben die Anlage so geplant, dass die Zahl der 420 Stellplätze etwas über dem errechneten Bedarf liegt“, sagt Krampe. Bislang gab es dort 200 Plätze. Die Erfahrung von anderen Bahnhöfen in Hamburg zeige, dass sich die Zahl der Parker bei einem guten Angebot deutlich erhöhe. Die P+R Betriebsgesellschaft hat an der Hoheluftbrücke insgesamt 600.000 Euro investiert.

„Die Anlage schließt eine Lücke“, so Kirsten Pfaue

20.000 Fahrgäste täglich benutzen den Bahnhof Hoheluftbrücke pro Tag, viele von ihne steigen dort in den Metrobus 5, Europas am stärksten frequentierte Buslinie. „Die neue B+R-Anlage schließt eine Lücke“, sagt Kirsten Pfaue. Unter Experten werde die Hoheluftbrücke bundesweit stark beachtet. Der europaweite Vergleich mit dem Fahrradparkhaus im niederländischen Utrecht (13.500 Abstellmöglichkeiten) oder der neuen Nørreport Station in Kopenhagen, wo kürzlich 2.500 Radstellplätze geschaffen wurden, zeigt allerdings, dass da noch Luft nach oben ist.

Barrierefrei
Ebenfalls eingeweiht wurde der Fahrstuhl am U-Bahnhof Hoheluftbrücke. Im Zuge des Umbaus wurde der Bahnsteig verlä̈ngert und leicht erhö̈ht. Gleichzeitig wurde das Glasdach in der Schalterhalle wieder hergestellt. Ein Leitsystem hilft sehbehinderten Menschen bei der Orientierung. Für den Umbau, der wie geplant in 15 Monaten abgeschlossen werden konnte, investierte die Hochbahn rund 5,6 Millionen Euro. Alle 14 U-Bahnstationen im Bezirk Eimsbüttel sollen in den kommenden Monaten ohne Barrieren erreichbar sein.

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