Das Angebot der Nettomieten im Frühjahr in Hamburgs Stadtteilen. Quelle: Gymnasium Ohmoor

Volker Stahl, St. Pauli

Bis heute übt Hamburg einen Sog auf viele Menschen aus. Doch die ungebrochene Attraktivität der Stadt hat ihren Preis. Die Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt steigen weiter, allein in diesem Jahr um durchschnittlich 4,4 Prozent; im sogenannten Speckgürtel der Hansestadt sogar um 7,6 Prozent. Besonders begehrt scheint das Wohnen im Landkreis Pinneberg zu sein, wo die Angebotsmieten um satte 11,4 Prozent in die Höhe schossen.
Die Zahlen, die auf der Auswertung von Anzeigen in Tageszeitungen und auf Immobilienportalen basieren, stellten Schüler des Gymnasiums Ohmoor in den Räumen des Mietervereins zu Hamburg vor. Die Studie des Geografiekurses im zweiten Semester der Studienstufe hat eine lange Tradition – sie wird seit 32 Jahren erstellt, was langzeitige Vergleiche ermöglicht.

Wohnungssuchende müssen in Hamburg aktuell mit 13,24 Euro pro Quadratmeter rechnen (2017: 12,68 Euro). Binnen zehn Jahren ist ein dramatischer Anstieg zu verzeichnen: Die Neuvermietungsmieten haben sich um rund 31 Prozent von 10,10 Euro (2009) auf 13,24 Euro erhöht. Sie sind fast dreimal so stark gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten.

„Bald kann man nicht mehr nach St. Pauli ziehen“

Im Vergleich vom Frühjahr 2017 bis zu diesem Frühjahr sind die Mieten in folgenden Stadtteilen besonders stark gestiegen: In der Altstadt, die mit 29,6 Prozent den höchsten Mietenanstieg zu verzeichnen hat, sowie in Allermöhe (plus 26,9), St. Pauli (plus 24,9), Steilshoop (plus 24,7) und Rothenburgsort (plus 22,3).
„Bald kann man nicht mehr nach St. Pauli ziehen, Wohnen ist dort zum Luxus geworden“, kommentierte Studienleiter Carl-Jürgen Bautsch die Entwicklung in dem Szenestadtteil, wo Vermieter durchschnittlich 17,65 Euro pro Quadratmeter verlangen.
Doch das Leben ist nicht nur in zentralen Gegenden der Hansestadt teuer, sondern mittlerweile auch in früher wenig begehrten Randlagen wie Billstedt, wo das durchschnittlich verfügbare Jahreseinkommen nur 23.000 Euro beträgt. 2008 betrug die Quadratmeter-Miete dort noch 7,50 Euro, heute sind es schon 11,30 Euro. „Wegen des knappen Angebots ziehen jetzt viele Außenbereiche bei der Preisentwicklung nach“, analysierte Chychla.

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