Die Initiative „Ottenser Gestalten“ wünscht sich mehr Lebensqualität für Radfahrer, Fußgänger und Bewohner. Fotos: cvs

Jeden Morgen das gleiche Bild: Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Autos in der Keplerstraße. Seit 1983 wohnt Ilka Bönninghoff dort – einst eine ruhige Wohngegend. Doch davon keine Spur mehr. „Zwischen 8 und 9.30 Uhr ist der Verkehr am schlimmsten“, sagt Bönninghoff. „Es hat sich ganz langsam gesteigert und ist mittlerweile unerträglich geworden.“
Gegen den drohenden Verkehrsinfarkt hat sich im letzten Jahr eine Bürgerinitiative gebildet: „Ottenser Gestalten“. Wobei man das zweite Wort auch als Verb verstehen darf – denn das ist es, was die besorgten Anwohner wollen: (mit)gestalten. „Wir finden, es geht nicht mehr“, sagt auch Johannes Michaelsen, einer der Initiatoren.

Die Mitglieder fordern ein vernünftiges Verkehrskonzept für ihren Stadtteil – eines, das auch den nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern Platz und Lebensqualität bietet. Der Durchgangsverkehr gehöre auf Hauptstraßen wie Elbchaussee und Stresemannstraße, kleinere Straßen müssten mittels Tempolimits und eingebauten Barrieren für den Pkw-Verkehr unattraktiv gemacht werden. „Wir haben nichts gegen Leute, die hier vorbeikommen, aber das Viertel hat einfach nicht die Kapazität für so viele Autos“, sagt Michaelsen.
Problem Nummer eins sind laut Ini die Pendler, die von der Autobahn A7 abfahren und dann den Weg in Richtung Innenstadt einschlagen. Während sich der Verkehr auf der Elbchaussee und der „Strese“ häufig staut, wirkt auch der Weg über die Behringstraße und das Nadelöhr Lessingtunnel der vielen Baustellen wegen wenig verlockend.
Allein elf Kitas, sechs Schulstandorte und drei Spielplätze liegen laut Michaelsen an dem kurzen Stück zwischen Autobahnabfahrt und dem Altonaer Rathaus. „Das müssen Sie sich mal vorstellen!“
Mit Slogans wie „Frische Luft muss her – weg mit dem Durchgangsverkehr!“ hat die Initiative vergangene Woche gemeinsam mit etwa 100 Anwohnern demonstriert. Zu den Ideen der Gruppierung gehört auch eine konsequente Parkraumbewirtschaftung (Parkgebühren, Anwohnerparken, Parkleitsystem).

❱❱ Für den 21. Juni lädt die Ini- tiative zu einer Planungswerkstatt in die Aula der Schule Rothestraße, Rothestraße 22, ein. Es geht um das Thema Abgase. Zu Gast ist unter anderem Manfred Braasch, Geschäftsführer vom BUND Hamburg. Beginn: 19 Uhr.

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