Ein eingespieltes Team: Axel Schneider und Dramaturgin Anke Kell bei der Jahrespressekonferenz des Altonaer Theaters im Café Oelsner. Foto: pr

Um es knapp zusammenzufassen: „Wir haben eine gute Saison hinter uns und eine wichtige vor uns“, sagte Intendant Axel Schneider zur Situation des Altonaer Theaters. Das war sowohl künstlerisch als auch wirtschaftlich gemeint, da der 51-Jährige als Geschäftsführer des Hauses auch dessen Etat verwaltet.
Vor einem Jahr hatte Schneider „eher schlechte Wirtschaftsdaten“ verkünden müssen. Die Auslastung war auf 60 Prozent gesunken, was man in Altona unter anderem an der starken Konkurrenz durch die neu eröffnete Elbphilharmonie festmachte.
Inzwischen sei das Altonaer Theater aus dem Schlimmsten ‘raus, so Schneider. Er schätzt, dass die Auslastung bis zum Ende der Spielzeit im Sommer bei 67 Prozent liegen dürfte. Die Zuschauerzahl werde mindestens um 10.000 Besucher auf ingesamt 120.000 steigen, so die konservative Schätzung.

Die Idee, Bestseller auf die Bühne zu bringen, werden sie dabei in Altona in der kommenden Spielzeit weiterverfolgen. „Das Programm wird sehr vielseitig. Durch das Konzept ,Wir spielen Bücher’ fühlen wir uns überhaupt nicht eingeengt“, sagt Schneider.
Der Intendant und seine Dramaturgin Anke Kell konnten sich dabei die Aufführungsrechte einiger renommierter Autoren sichern. Die Anekdote, wie es dazu kam, dass Joachim Meyerhoff seine Bestseller als Bühnenfassungen in Altona aufgeführt sehen will, trug sich laut Schneider im theatereigenen Café Oelsner zu. „Joachim Meyerhoff war im Publikum, um zu sehen, was wir aus ,Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war’ gemacht haben. Noch in der Pause – was man eigentlich nicht macht – haben wir ihn beim Bier angesprochen, ob wir die Rechte an einem weiteren Buch bekommen könnten. Er sagte sofort ja, wir haben das per Handschlag besiegelt“, so Schneider. Dass Regisseur Christof
Küster an diesem Abend für einen kurzfristig erkrankten Schauspieler eingesprungen war und vom Textbuch abgelesen hatte, schmälerte Meyerhoffs Begeisterung dabei keineswegs. Am 10. Februar 2019 wird sein Erfolgsroman „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ in Altona Premiere feiern.
Ein weiterer Schwerpunkt der kommenden Spielzeit wird die „Kempowski-Saga“, deren Teile zwei bis vier Schneider als Regisseur auf die Bühne bringt. Den Theatermann, der Geschichte studiert hat, reizt es anhand dieser Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts darzustellen, wie ein teilweise unpolitisches Bürgertum den Verführungen der Nazis erlag. Durch den lakonischen Humor Walter Kempowskis sei diese Familiensaga dennoch unterhaltsam und für ein jüngeres Publikum interessant.

Das läuft

Krimifans werden sich „Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ (Premiere am 10. November) gerne ansehen. Das Musical „Catch me if you can“ ist dem
Steven-Spielberg-Film mit Leonardo DiCaprio entlehnt (20. Dezember). Die Kempowski-Saga bietet drei Premieren: „Tadellöser & Wolff“ (23. September), „Ein Kapitel für sich“ (31. März 2019) und „Herzlich Willkommen“ (18. April 2019).
Der Hamburger Kultfilm „Absolute Giganten“ von Sebastian Schipper ist erstmals am 5. Mai 2019 auf der Bühne zu sehen. Das ist ziemlich genau 20 Jahre nachdem das Roadmovie in die Kinos kam.
Zur großen Freude von Axel Schneider zeigt das Altonaer Theater vor Weihnachten „Pippi Langstrumpf“ (29. November). „Das ist etwas ganz Besonderes für unser junges Publikum“, so Schneider. EW

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