Klettergarten
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Im Heimfelder Waldgebiet „Kuhtrift“ wird es keinen Kletterpark geben. Die ImmoForst OHG hat das Projekt endgültig aufgegeben. „Unser Kletterpark ist am alleinigen Widerstand der Umweltbehörde gescheitert“, sagt ImmoForst-Chef Heinrich Schabert, der im Heimfelder Wald jetzt „gewinnorientierte Forstwirtschaft“ betreiben will.
Zur Erinnerung: Zusammen mit zwei Partnern wollte die ImmoForst OHG auf ihrem Gelände an der Kuhtrift einen großen Kletterpark, eine Seilbahn mit 800 Metern Länge sowie eine Flyline, eine auf Schiene mit Kurven ausgestattete Hängeseilbahn mit einer Länge von 600 Metern, bauen. Die Planer kalkulierten mit 25.000 bis 30.000 Besuchern pro Jahr.
Das Problem: Der Wald liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Die ImmoForst OHG schlug vor, die benötigten zwei bis drei Hektar aus dem Schutzgebiet herauszulösen. In anderen Fällen sei dies geschehen.
Flächen können aus dem Landschaftsschutz herausgenommen werden, wenn „die beabsichtigte Nutzung im gesamtstädtischen Interesse in der Abwägung überwiegt. „Dies ist zum Beispiel bei der Flüchtlingsunterbringung der Fall gewesen“, erläutert Björn Marzahn (Umweltbehörde). „In diesem Fall lehnen wir eine Aufhebung aus fachlichen Gründen ab, weil es sich um einen wertvollen Waldbestand handelt und die beabsichtigte Nutzung in der Abwägung eben nicht überwiegt.“

Im Forstwirtschaftsjahr 2018/2019 planen wir einen Einschlag von 400 bis 600 Altbäumen.
Heinrich Schabert
ImmoForst OHG

Wie geht’s jetzt weiter? Die ImmoForst OHG will in der Kuhtrift „alte Bäume ernten, bevor deren wirtschaftliche Überalterung eintritt“, so Heinrich Schabert. „Im Forstwirtschaftsjahr 2018/2019 planen wir den Einschlag von etwa 400 bis 600 Altbäumen. In den Folgejahren sind weitere Hiebmaßnahmen in dieser Größenordnung geplant.“
Ist das erlaubt? „Solange die ImmoForst bei der Nutzung der Flächen das Wald- und Naturschutzrecht beachtet, kann sie durchaus Forstwirtschaft auf der Fläche betreiben. Kahlschläge wären natürlich nicht zulässig“, stellt Björn Marzahn (Umweltbehörde) fest.
Angesichts der geplatzten Kletterpark-Pläne hat ImmoForst-Chef Schabert jetzt Hamburg Wasser untersagt, auf dem Kuhtrift-Gelände zwei für das Wasserwerk Süderelbmarsch geplante Tiefbrunnen zu errichten.

 

Brunnen werden
auf öffentlichem
Grund gebaut

Welche Auswirkungen hat die Weigerung der ImmoForst OGH, in der Kuhtrift die Einrichtung von zwei Tiefbrunnen durch Hamburg Wasser zu erlauben?
„Bei der Suche nach geeigneten Brunnenstandorten in Heimfeld für das Wasserwerk Süderelbmarsch stand Hamburg Wasser mit mehreren Grundstückseigentümern in Kontakt, auch mit der ImmoForst OHG“, sagt Sabrina Schmalz (Hamburg Wasser). „Mittlerweile stehen wir bei der geplanten Umsetzung nur noch mit der Stadt Hamburg im Gespräch. Hamburg Wasser plant daher in Heimfeld vier neue Brunnen-standorte im öffentlichen Grund.“
Darf ein Grundeigentümer auf seinem Grundstück die Einrichtung von Brunnen, die der Trinkwasserversorgung dienen, einfach untersagen?
Björn Marzahn von der Pressestelle der Umweltbehörde, erklärt: „Die öffentliche Wasserversorgung ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Die Benutzung eines Gewässers, hier des Grundwassers für die Trinkwasserversorgung, bedarf einer Erlaubnis oder Bewilligung, die durch die Umweltbehörde ausgesprochen oder versagt wird – das ist eine hoheitliche Aufgabe der Behörde.
Das Grundwasser selbst ist nicht eigentumsfähig, ein Grundeigentümer muss aber zustimmen, wenn auf seinem Grundstück zum Beispiel eine Brunnenbohrung erfolgen soll.“

1 KOMMENTAR

  1. Sie hätten ruhig erwähnen können das die Verweigerung der Umweltbehörde auf betreiben der SPD zustande gekommen ist. Die Empfehlung der Behörde den Wald nach dem Hamburger Wald- und Naturschutzrecht zu betreiben welches jetzt die Fällung großer Bestände bedeutet ob das im Sinne des Naturschutzes und der Bevölkerung ist bleibt dahingestellt.

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