Shola Feldkamp (re.) wirbt in der Unterkunft Sieversstücken für ihr Malprojekt, Patrizcia aus Ghana, Selmann aus Eritrea und Madeleine aus dem Irak sind interessiert. Foto: UlLi Engelbrecht
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RISSEN. „Die Seele ist oft noch nicht angekommen“, hat die Rissener Künstlerin Shola Feldkamp bei ihren Besuchen in der Flüchtlingsunterkuft Sieversstücken festgestellt. Das möchte sie mit ihrem neuen Kunstprojekt ändern. Einmal im Monat sollen sich alte und neue Nachbarn in Rissen zum Malen im Büro des Stadtteilanagements, Grete-Nevermann-Weg 24, treffen. Immer montags steht von 10 bis 12 Uhr – wie die Kunsttherapeutin es selbst nennt – „Seelengepinsel“ auf dem Programm.
Das neue Projekt heißt „Willkommens-Art“. Es wird vom Bezirksamtes Altona bezuschusst und vom „Paritätischen“ Wohlfahrtsverband unterstützt. Los gehts’s am Montag, 7. Mai, zunächst für ein halbes Jahr.

Mit Aquarellfarben den Kopf frei bekommen

Als ab 2015 viele Flüchtlinge in Hamburg ankamen, hat das Künstlerin Feldkamp sehr bewegt. Aber sie sei auch erschüttert gewesen über die vielen kritischen Stimmen, sagt sie. Mit dem Malprojekt will sie helfen, sich besser kennenzulernen und über das kreative Arbeiten zu sich selbst zu finden. Das Mittel der Wahl: Aquarellfarben. „Sie eignen sich am besten“, sagt Shola Feldkamp. Durch das Ineinanderfließen der Farben werde der Kopf frei, man könne leichter wieder Lebensfreude empfinden.
Das hat Shola Feldkamp, die ein bewegtes Leben hatte und oft von vorne anfangen musste, selbst erfahren. „Das Wort Heimatlosigkeit ist mir nicht fremd, ich kann mich gut in die Situation der geflüchteten Menschen hineinversetzen.“ Kontakte hat sie schon einige: Seit einiger Zeit wirbt sie in der Unterkunft Sieversstücken für ihr Malprojekt, sitzt dienstags beim Frühstücktreff und malt mit den Bewohnern.

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