Janina Eggers (l.) und Maike Carstensen wollen Neuwiedenthal für Jugendliche attraktiver machen. Foto: sl
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Neuwiedenthal

Wenn man etwas verändern will, muss man Jugendliche mit ins Boot holen. Davon ist Maike Carstensen überzeugt. Seit August 2017 ist die Sozialpädagogin Leitern des „Jugendmigrationsdienstes im Quartier“ in Neuwiedenthal. Hinter diesem sperrigen Titel verbirgt sich ein Projekt, das das Bundesfamilienministerium angeschoben hat und mit 30.000 Euro im Jahr bezahlt. Einen Jugendmigrationsdienst JMD gibt es in Neuwiedenthal schon seit fast 30 Jahren. Damals zogen zahlreiche Spätaussiedler aus Osteuropa hierher. Eine Anlaufstelle für junge Menschen war nötig für Fragen wie: Wo kann man einen Sprachkurs machen? Werden Schulabschlüsse aus dem Ausland in Deutschland anerkannt? Wie kann man eine Ausbildung machen? Die Spätaussiedler wissen inzwischen bescheid. Dafür leben jetzt auch im Süderelberaum viele Ausländer. Auch sie haben ähnliche Fragen. Die beantworten die Mitarbeiter vom JMD im Stubbenhof 2. Was brauchen Menschen zwischen zwölf und 27 Jahren aus allen Teilen der Welt, damit sie gern in Neuwiedenthal leben? Wie und wo verbringen sie ihre Freizeit? Was würden sie gern in ihrem Viertel ändern? Das ermittelt Maike Carstensen. „Als erstes bin ich in Schulen gegangen und habe mit Jugendlichen geredet“, erläutert die 29-Jährige. Erste kleine Projekte sind daraus schon entstanden: Einmal in der Woche bieten Honorarkräfte, die selber ausländische Wurzeln haben, Hausaufgabenhilfe im Büro des JMD an. Außerdem wurde bereits ein Kulturtag im Haus der Jugend organisiert. „Es gibt ja bereits tolle Angebote für Jugendliche, aber die müssen auch genutzt werden“, sagt Maike Carstensen. „Ich hoffe auf Gespräche mit vielen Anwohnern.“ Wohl wissend, dass Neuwiedenthal nicht gerade als cooles Viertel gilt, sind die Erwartungen von Maike Carstensen erst mal nicht so hoch. „Wenn wir es schaffen, mindestens drei Jugendliche zu finden, die bereit sind, regelmäßig beim Stadtteilbeirat aufzutauchen und sich hier für ihr Quartier stark zu machen, dann ist das Projekt ein voller Erfolg“, sagt die junge Frau.

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