Schulleiterin geht unter die Krimiautoren: Regine Seemann (49) hat ihren ersten Roman abgeliefert. Foto: Gina Simpson

Als Kind ging Regine Seemann, die auch heute noch am Rande der Fischbeker Heide lebt, gerne mit Eimer und Plastikschaufel bewaffnet in die Natur hinaus, um nach Schätzen zu graben. Was sie dort fand, ließ das Kinderherz höher schlagen: alte, rostige Schlüssel zum Beispiel, oder interessant bemalte Porzellanscherben. Die Schatzsuche beflügelte ihre Fantasie. „Meine Mutter und meine Großmutter haben mir früher oft vom Seeräuber Störtebeker erzählt, der ja angeblich auf dem Falkenberg gehaust haben soll“, berichtet Seemann. „Ich fand das unglaublich spannend.“ Auch eine Schallplatte mit einem Störtebeker-Hörspiel gab es in ihrem Elternhaus. „Die haben wir rauf und runter gehört. Für uns Kinder war Störtebeker eine Art Robin Hood.“ Gut 40 Jahre später ist Seemann, heute Leiterin der Schule an der Burgweide, zu den Helden ihrer Kindheit zurückgekehrt: Am 11. April ist im Gmeiner Verlag ihr erster Kriminalroman erschienen.

Das Buch „Falkenberg“ beginnt mit einer grausam zugerichteten Leiche, auf die Kinder bei einem Schulausflug stoßen. Eine der Wunden des Toten lässt einen rechtsradikalen Hintergrund vermuten. Doch die beiden Kommissarinnen Stella Brandes und Banu Kurtoglu haben ihre Zweifel. Denn immer wieder stoßen sie auf die Legende um Klaus Störtebeker, der am Falkenberg seinen Schatz vergraben haben soll. „Die Geschichte spielt sich auf zwei Zeitebenen ab“, verrät Seemann, die privat gerne Krimis von Henning Mankell und Camilla Läckberg liest. „Die erste Ebene ist die Gegenwart, die zweite die Nazizeit. Je mehr die Story voranschreitet, desto mehr beziehen sich die beiden Ebenen aufeinander.“ Eigentlich mehr als „Beschäftigungstherapie“ begann Regine Seemann vor zwei Jahren zu schreiben. „Wegen einer Fuß-OP war ich sechs Wochen krank geschrieben“ berichtet sie. Sechs Wochen lang lesen? Das war ihr zu langweilig. Also fing sie selbst an zu fantasieren und Geschichten zu erfinden – ganz wie früher. „Einen Krimi zu schreiben, ist wie eine großes Puzzlespiel“, findet sie. „Er muss vielschichtig sein und auch Nebenschauplätze haben.“ Das Buch „Falkenberg“ ist mit 280 Seiten ein richtig dicker Schmöker geworden. Und weil der Verlag sie ermuntert habe, eine Serie daraus zu machen, bleibt sie weiter dran. „Das zweite Buch ist schon fast fertig.“

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