Aus Eidelstedt in die Welt: Gerd Feldhusen ist Gründer des ersten plattdeutschen Hörmagazins. Foto: jbd
J. Bannan, Eidelstedt
Allens Leve un Gode to dien Geboortsdag. Die Hörzeitung „Dat Hörblatt“ feiert ihren 10. Geburtstag. Das Hörmagazin für Nichtsehende, Sehbehinderte und Sehende hat seinen Sitz in Eidelstedt. Dort wohnt Gerd Feldhusen, der 79 Jahre junge „Papa“ des beliebten Formates.
„Wenn man sein Arbeitsleben beendet hat, dann sucht man nach sinnvollen Tätigkeiten“, so Feldhusen. Im Sommer 2008 las er einen Bericht über eine Hörzeitung. Bald stand für ihn fest, dass auch er ein Hörmagazin für Nichtsehende, Sehbehinderte und Sehende gründen wollte. „Dafür brauchte ich „das Rad nicht neu erfinden“, sagt der Gründer, der Unterstützung von der Hörzeitung „Hamburger Stimm“ bekam. Als Feldhusen während der Redaktions-Ausbildung in Nordrhein-Westfalen einige plattdeutsche Lieder und Döntjes zum Besten gab, schlug der Leiter der ATZ vor, eine Hörzeitung in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache zu gründen. So etwas gab es in Deutschland noch nicht. Gerd Feldhusen hat plattdeutsch in der Nachkriegszeit bei den Großeltern in Cuxhaven gelernt.  In Hamburg arbeitete er als Schutz- und Kripobeamter, als Fachlehrer für Gewalt- und Suchtprävention und als Drogenbeauftragter. Der Eidelstedter nimmt in ganz Hamburg blindengerechte Beschreibungen des Hamburger Rathauses, der Alster, von Stadtteilen und von Hamburger Kirchen auf. Zwei Drittel der Artikel werden auf Plattdeutsch, ein Drittel auf Hochdeutsch vorgelesen und auf einer CD zusammengestellt. Auch aus den USA und Spanien bestellen Nichtsehende und Sehende das Magazin. Es sind Leser, die einst in Norddeutschland lebten und sich freuen, ihre Heimatsprache wieder zu hören.
„Dat Hörblatt“ in Spanien, den USA und der Ukraine
Ende vergangenen Jahres erhielt das Magazin vom Goethe-Institut an der Universität in Nikolajew in der Ukraine eine Anfrage. Innerhalb des Deutschunterrichtes sollen dort auch methodische Übungen in niederdeutscher Sprache angeboten werden. Die Lehrer benutzen das Magazin als Unterrichtsmaterial. Die Schüler können sich bei schwierigen Übersetzungen auch direkt an die Redaktion in Eidelstedt wenden.

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