Glücklich in Manhattan: Lina Zinecker. Foto: pr

Karin Istel, New York/Blankenese     Es ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Schon mit zehn Jahren konnte sich Lina Zinecker nichts anderes vorstellen als Schauspielerin zu werden. Nach dem Abitur auf der Stadtteilschule Blankenese wurde es dann konkret – mittlerweile lebt und arbeitet die 22-Jährige jetzt in New York, wo sie eine Schauspielschule besucht. Ein Interview.

Frau Zinecker, wie haben Sie es geschafft, in der Schaupielschule in New York aufgemommen zu werden?

Lina Zinecker: Der Bewerbungsprozess ist unglaublich lang und anstrengend, egal, was man in Amerika studiert. Es dauert, bis man sich alle Informationen zusammengesucht hat. Dazu muss man den „Toffl Sprachtest“ machen. Ich habe mich für zwei Schauspielschulen entschieden, der New York Film Academy und American Musical and Dramatic Academy und wurde auch bei beiden angenommen. Nachdem ich alle Formulare online ausgefüllt habe, habe ich in NYC bei beiden Instituten mit zwei Monologen vorgesprochen. Danach folgte ein 30-minütiges Interview auf Englisch.

Ist der Besuch einer solchen Schule teuer?

Ja, amerikanische Universitäten sind sehr teuer. Vor allem, weil es keine staatlichen Unis gibt, sondern nur private. Ich habe zwar ein Talentstipendium bekommen, trotzdem reicht das lange nicht aus um annährend alle Kosten zu decken.

Hatten Sie schon Rollen am Theater oder in Filmen?

Seit meinem Abschluss Anfang Juni habe ich an zwei Theaterstücken in der Nähe des Broadways am renommierten „Producer‘s Club“ mitgewirkt. Dazu habe ich meinen ersten Werbespot für die amerikanische Drogeriekette CVS gedreht. Die ist gleichzusetzen mit Rossmann oder Budni.

Wie leben Sie als deutsche Schauspielerin in NYC?

Ich lebe in der Upper West Side. Hier ist es sehr sicher und ruhiger als im Rest von Manhattan. Was mir auch sehr gut an der Gegend gefällt ist, dass ich von Kunst und Künstlern umgeben bin. Es gibt viele Museen, die Oper, das Ballett, viele Schauspiel- und Tanzschulen.

Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen Hamburg und New York?

Wo fange ich da bloß an? Ich würde sagen das der größte Unterschied die Menschen sind. Amerikaner sind sehr offen und zutraulich und beziehen neue Studenten, vor allem aus anderen Ländern, sofort mit ein. Als sie erfuhren, dass ich ohne meine Familie hier lebe, hatte ich gleich mehrere Einladungen meine Kommilitonen zu Thanksgiving und Weihnachten nach Hause zu begleiten.

Haben Sie Heimweh nach Hamburg?

Tatsächlich fühle ich mich in New York City sehr zu Hause. Aber natürlich gibt es Momente, in denen mir einfach die deutsche Kultur fehlt. Das fängt bei banalen Dingen wie Weihnachtstraditionen an oder einfach nur mal meine Muttersprache zu sprechen. Ich gucke tatsächlich die Tagesschau auf meinem iPad oder höre Radio Hamburg morgens beim Frühstück um immer zu wissen, was zu Hause so passiert.

Wollen Sie in den USA bleiben oder bald zurück nach Blankenese?

Ich möchte unbedingt in NYC wohnen bleiben. Allerdings komme ich immer sehr gerne wieder nach Hamburg um meine Familie und Freunde zu besuchen!

 

Info

Lina Zinecker lebt seit 2015 in New York. Bevor sie ausgewandert ist hat sie zehn Jahre in Blankenese gewohnt und das Marion Dönhoff Gymnasium und die Stadtteilschule Blankenese besucht. Im Mai 2017 hat sie ihren Abschluss an der American Musical and Dramatic Academy („AMDA“) gemacht und arbeitet nun als Schauspielerin in Manhattan.

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