Martje hat schon einen Assistenzhund kennengelernt – auf einen eigenen wartet sie sehnsüchtig. Foto: pr
Ida Polevsky, Sülldorf
Die fünfjährige Martje ist ein besonderes Kind: Das Mädchen leidet unter Autismus. Martje hat mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Sie ist sehr ängstlich, zieht sich in sich zurück und hat große Probleme ihre Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren – typisch für die Krankheit.
Besonders belastend sind die Wutausbrüche des Mädchens. Diese können sich über Stunden hinziehen und durch Kleinigkeiten ausgelöst werden. „Sie liegt dann meistens auf dem Boden und kugelt sich zusammen. Dabei windet sie sich so, dass man wirklich das Gefühl hat, da ist etwas in ihr, das versucht Ausdruck zu finden“, beschreibt ihr Vater.
Ein Autismusbegleithund legt sich bei Anfällen neben das Kind oder sogar auf das Kind, um es mit seiner Präsenz zu beruhigen. Ein solcher Hund könnte Martje auch bei ihren Schlafstörungen helfen. Durch ihn ist sie nachts nicht alleine und die Dunkelheit weniger beängstigend. Die Eltern und die drei Geschwister bemühen sich sehr, Martje zu unterstützen, stoßen dabei aber an ihre Grenzen. Ein Assistenzhund als zusätzliche Stütze wäre für alle eine große Hilfe, indem er der Fünfjährigen mehr Sicherheit gibt. Begleithund für Autisten kostet rund 26.000 Euro „Beim therapeutischen Reiten haben wir gemerkt, dass da ein besonderer Zugang zu Tieren ist. Das ist das erste Mal, dass Martje wirklich etwas berührt und es ihr etwas bringt. Und das ist total schön zu sehen“, freut sich ihre Mutter. Und fügt hinzu: „Wir setzen sehr große Hoffnungen in diesen Hund.“ Die Erfolge von Autismusbegleithunden bei anderen Kindern geben den Eltern auch Grund dazu. Mit Hilfe des Hundes könnte es Martje gelingen, den Alltag besser zu meistern. Der Hund wird vom Hundezentrum Norddeutschland individuell für ihre Probleme ausgebildet. Dann soll er sie für zehn Jahre begleiten. Aber der Preis für so einen Hund ist sehr hoch, denn: Die Ausbildung eines Assistenzhundes kostet rund 26.000 Euro. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nicht. Die junge Familie kann soviel Geld nicht allein aufbringen. „Nichts würde uns glücklicher machen, als zu sehen, dass Martje zu einem Mädchen heranwächst, das sich in die Welt hinaus traut. Es ist wichtig, dass der Hund jetzt bei ihr ist.“, erklärt die Mutter den Schritt an die Öffentlichkeit. Wer mit einer Spende helfen will, kann sich per E-Mail über die Adresse heins.marieke@googlemail.com
oder Tel. 0177 / 512 44 06 direkt an die Eltern wenden.
Autismus
Autismus ist eine Störung, die meist schon im Kindesalter auftritt. Betroffene haben oft Probleme mit anderen Menschen zu sprechen oder auch nur Kontakt aufzunehmen. Sie verstehen keine Ironie, merken oft nicht, ob sie belogen werden. Blickkontakt zu halten fällt ihnen schwer. Oft leiden Autisten unter Zwängen und wiederholen bestimmtes Verhalten. Sie ordnen zum Beispiel Dinge auf bestimme Art und Weise. Autismus tritt unterschiedlich stark ausgeprägt auf. Jungen sind häufiger betroffen, als Mädchen. Bei Mädchen erkennt man die Krankheit oft nicht, denn nach außen hin wirken sie meist überangepasst, weil sie das Verhalten anderer nachahmen. Nach aktuellen Untersuchungen schätzt man, dass ein Prozent der weltweiten Bevölkerung autistisch ist.

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