Osterfeuer in Blankenese. Eine Mordsgaudi für Besucher – im vergangenen Jahr mit abgeändertem Trump-Zitat. Foto: KROLL
Oliver Kroll, Blankenese
Der Wille zum Halali ist vorhanden. Holz ist aufgeschichtet, der Getränkevorrat aufgefüllt. Mit großem Ernst kommem Männer, es sind fast immer Männer, zusammen, um zu beratschlagen, ob und wann die Osterfeuer angezündet werden können. „Es ist ein langer Prozess, bevor es so weit ist“, sagt Rathaus-Sprecher Martin Roehl.
Tatsächlich beratschlagt eine ganze Reihe von Würdenträgern. Vorneweg die Feuewehrmänner, die für den Ernstfall vorbereitet sein müssen. „Diese Feuer sind naturgemäß aber auch mit Risiken verbunden. Selbst bei sorgfältiger Brennmaterialauswahl stellen die Feuer eine gewisse Umweltbelastung dar und ein Brandrisiko für einige reetgedeckte Häuser im Hanggebiet“, so das Bezirksamt in einer Drucksache, die Altonas  Bezirskabgeordneten bereits im Februar vorgelegt wurde und ohne weitere Änderung angenommen wurde.
Nach „intensiven und konstruktiven Gesprächen“ aller Beteiligten kam es danach zu einer Reihe von Gemeinsamkeiten. Darunter eine Selbstverständlichkeit wie: „Alle Beteiligten sind sich über die Risiken im klaren und streben an, diese Risiken soweit wie möglich zu minimieren“. Auch wollen sich alle Beteiligten dafür einsetzen, dass die Tradition der Blankeneser Osterfeuer fortgeführt werden kann.
Die konkreten Vorgaben: Es wird strikt auf kontaminiertes Material verzichtet. Die Größe der Feuer soll sich am Abstand zu den Häusern und den prognostizierten Windverhältnissen orientieren. Zudem müssen die Feuer die „fachlichen Richtlinien“ der Feuerwehr Hamburg für derartige Traditionsfeuer erfüllen. Mindestens 200 Meter Abstand zu Reetdächern Ist die Lage aufgrund der Windverhältnisse unklar, wird sie am Ostersonnabend tagsüber und abends, jeweils 9 Uhr, 12 Uhr 15 und 19 Uhr von den Beteiligten besprochen. Informationen darüber werden bereits am Karfreitag bekannt gegeben. An den Besprechungen soll auch ein Wetterexperte und ein Vertreter von Hamburg Port Authorithy (HPA) teilnehmen. Die endgültige Entscheidung über das Zündeln liegt dann beim Bezirksamt. Wichtig für vehemente Verfechter der Osterfeuer: Kommt es zu unterschiedlichen Auffassungen an den einzelnen Feuern, Viereck, Knüll, Osten und Mühlenberg, entscheidet das Bezirksamt. Fachlich beraten von der Polizei, der Feuerwehr und Vertretern der Feuerbauer. Die so gefundene Entscheidung, so einigten sich die verschiedenen Parteien, wird dann von den Feuerbauern „akzptiert und mitgetragen“. Werden die Osterfeuer planmäßig abgebrannt, werden von den Feuerbauern am Ostersonntag ausreichend Helfer bereit gestellt, die sicherstellen, dass niemand zu Schaden kommt. So soll auch sichergestellt werden, dass Überreste der Feuer nicht erneut angezündet werden. Das gilt auch für den Fall, dass Feuer wegen der Wetterlage nicht abgebrannt werden können. Dann sollen die Feuerbauer dafür sorgen, dass die Holzhaufen nicht von Dritten angesteckt werden. Es dürfe nicht vergessen werden, so Etta Weiner von der HPA-Pressestelle, dass durch die Feuer nicht nur Gefahren für die Umwelt, sondern auch für Leib und Leben ausgehen können. Deshalb sollen die Abstände auch kleiner Feuerstellen zu Häusern mit hartem Dach mindestens 100, bei reetgedeckten Häusern mindestens 200 Meter betragen. „An weiteren Elbstrandabschnitten wird es wie bereits in den letzten Jahren keine weiteren Osterfeuer geben.“

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