Eine imposante Architektur. Ein beeindruckender Blick. Und eine spannende gastronomische Geschichte. Ganze Heerscharen von späteren Spitzenköchen haben im Le Canard Nouveau unter Josef Viehhauser, einst galt er als einer der 50 besten Köche Deutschlands, ihr Handwerk gelernt.
Zu einer Zeit, in der Hamburgs Küche kaum mehr als Pannfisch, Aalsuppe und Schnitzel kannte, verwöhnte Viehhauser seine Gäste mit vorher nicht gekannten Speisen. Der unschöne Abgang des gefeierten Spitzenkochs gehört heute in die gastronomischen Geschichtsbücher.

Auf Josef Viehhauser folgte Ali Güngörmus

Dem Österreicher Viehhauser folgte 2005 der gebürtige Türke Ali Güngörmüs. Bereits ein Jahr später hatte sich Güngörmüs einen Stern erkocht. Bis heute ist er weltweit der einzige türkischstämmige Sternekoch. Und einer der Türken, die mit Münchener Dialekt sprechen.
Gegen den Willen der Eltern hatte Ali Güngörmüs den Beruf des Koches gelernt. Später kochte er in Münchener Szenelokalen wie dem „Tantris“ und den „Schweizer Stuben“ in Wertheim. Inzwischen gab Güngörmüs den Posten des Küchenchefs an Florian Pöschl ab, der ebenfalls einen Stern erkochte.
2014 hatte Güngörmüs, der auch häufig im TV zu sehen ist, in München das Restaurant „Pageou“ eröffnet. Benannt nach dem Dorf in Ostanatolien, in dem er die ersten zehn Jahre seines Lebens verbracht hat.

Wo bleiben
die Schiffe?

Leserfrage

Um die Internationalität des Ortes weiter zu treiben, muss der Besucher den Kopf nur zur Seite oder nach oben wenden. Denn dort residiert der Architekt Meinhard von Gerkan, auch Eigentümer des Restaurants, mit zahllosen Angestellten. Er wurde 1935 in Lettland geboren und zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten. Er entwarf unter anderem den neuen Berliner Bahnhof und baute fast halb China auf.
Und wo sind die Schiffe? Das fragt der Leser dieser Kolumne zu Recht. Gemach. Denn an dieser Stelle Hamburgs erleben Gäste gleich mehrere Generationen Schiffahrt. Sobald der Blick elbwärts fällt, sieht der maritim Interessierte den Museumshafen Oevelgönne mit seinen Traditionsschiffen. Den Dampfeisbrecher „Stettin“, das Feuerschiff „Elbe 3“, die Barkasse „Altona“ sowie Ewer und Frachtsegler. Zu den Attraktionen des Museumshafens zählt auch die „Bergedorf“. Einst schipperte sie über die Elbe, heute dient sie als Ausfluflokal. (Mehr dazu in einer der folgenden Ausgaben).
Wer den Anblick moderner Schiffe schätzt, lässt den Blick weiter ans südliche Elbufer schweifen. Hier liegen die Containerschiffe, meist nur für Stunden. Entsprechend abwechslungsreich gerät der Blick vom „Le Canard Nouveau“.
Wobei die von Florian Pöschl hübsch arrangierten Speisen es ebenfalls verdient haben, ausgiebig betrachtet zu werden.
Kleiner Tipp am Rande: Der Küchenchef trinkt sein Feierabendbier gern in einer nah gelegenen Bar. Vielleicht treffen Sie ihn einmal und lassen sich ein paar Küchentricks verraten?

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