Internistin Inka Barz sammelt beim Hamburger Megamarsch Geld für Hamburger Obdachlose. Foto:sl

Auf dem Schreibtisch von Inka Barz steht das Modell eines kleinen Perlhuhns aus Metall. „Das hat mir ein Patient geschenkt, weil Perlhühner auch wie bekloppt durch die Steppe laufen“, erzählt die 46-jährige Ärztin.

Ein bisschen „komisch“ muss man offenbar sein, um am 7. und 8. April beim Hamburger Megamarsch mitzumachen. Rund 4.000 wanderbegeisterte Menschen treffen sich an diesem Tag um 12 Uhr auf Finkenwerder im Rüschpark. Sie wollen in weniger als 24 Stunden einmal rund um Hamburg wandern. Das sind genau 100 Kilometer. Im letzten Jahr hat Inka Barz für die 100-Kilometer lange Strecke 22,5 Stunden gebracht. Die Wanderung hat ihr acht Blasen an den Füßen eingebracht.

„So richtig sportlich war ich eigentlich nie“, sagt die Mutter von zwei Kindern. „Als Kind habe ich Hockey gespielt und bin gern mit meinem Hund spazieren gegangen.“ Erst vor zwei Jahren riet ihr ein Orthopäde zu mehr Bewegung.

Joggen ist nicht so ihr Ding, aber wandern mochte sie schon immer. „Man kriegt wahnsinnig viel mit von der Natur und zumindest anfangs hat mich auch meine Familie begleitet.“ Die Familie hat sie inzwischen abgehängt, wenn Inka Barz an einem normalen Sonnabend mal eben 50 Kilometer zurücklegt.
Wenn Inka Barz jetzt beim Megamarsch startet, hat sie eine Mission. Sie will Spenden sammeln für den Gabenzaun am Hamburger Hauptbahnhof. „Ich bin neulich mit der S-Bahn gefahren und wurde dort von einem Obdachlosen angebettelt, habe aber nichts gegeben.

Als ich gesehen haben, wie der arme Kerl von anderen Fahrgästen blöd angemacht wurde, habe ich mich über mich selber geärgert und geschämt“, berichtet Inka Barz.
Zuhause hat sie mit ihrer Familie gesprochen, sich über Obdachlosenprojekte informiert und den Gabenzaun entdeckt. Gemeinsam haben sie Tüten gepackt und an den Zaun gehängt. Seitdem fährt die Familie Barz regelmäßig zum Hauptbahnhof und verteilt Spenden.

Jetzt geht Inka Barz noch einen Schritt weiter. Für jeden zurückgelegten Kilometer beim Megamarsch bittet sie um Spenden. Zwei große Hamburger Labore haben schon 2.000 Euro zugesagt.

Aber Inka Barz will mehr: „Am Gabenzaun werden Menschen auch mit frischen Lebensmitteln und heißen Getränken versorgt. Das kostet Geld. Daher freue ich mich über jeden Euro, der beim Megamarsch zusammen kommt.
Die wanderbegeisterte Ärztin ist per E-Mail unter inka.barz@yahoo.de zu erreichen.

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