Selbst 300 Meter Luftlinie können Welten trennen. Nach Nordwesten von der Hochhaussiedlung Osdorfer Born. Nach Süden von den Villen am Hochkamp. Mittendrin der Sportplatz Blomkamp, auf dem bei jedem Heimspiel der Oberligafußballer des TuS Osdorf ein ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl ins Auge fällt: Ein harter Kern von 200 bis 300 Zuschauern, von denen viele den Vereinsschal tragen. Angeregte Gespräche untereinander, Spielerfrauen mit Kindern. Vielleicht schlägt hier nicht das Herz Alt-Osdorfs, aber sein Sportverein ist ein wichtiger Herzschrittmacher.

„Die Entfernung ist extrem wichtig. Alt-Osdorf und Osdorfer Born haben nichts miteinander zu tun“, sagt auch Cemil Yavas, seit neun Jahren „Liga-Manager“ dieser Osdorfer. Aber wie um zu unterstreichen, dass die Welt nicht so einfach ist, wie Viele sie gern hätten, schiebt er nach: „Auch einige unserer Spieler wohnen dort.“ Seit neun Jahren kümmert sich der Versicherungskaufmann um die Ligamannschaft. Gemeinsam mit Trainer Peter Wiehle und anderen Mitstreitern wie der Familie Krause ist etwas in Hamburg Einmaliges gelungen: Der Durchmarsch von Hamburgs unterster in Hamburgs höchste Spielklasse innerhalb von zehn Jahren. „Wir stellen mit Wenig Viel auf die Beine“, so Yavas nicht ohne Selbstbewusstsein. „Der Sportverein ist wie eine Lebensphilosophie.“

Das Projekt Oberliga sieht er noch in der Entwicklungsphase. „Wir wollen uns in der Oberliga etablieren, sind aber immer noch im Umbruch.“ Mehr Sponsoren sind das Ziel, um sich etwas von den Eintrittsgeldern als größter Einnahmequelle abnabeln zu können.

Gerade hat Oberliga-Toptorjäger Jeremy Wachter seinen Vertrag bis 2020 verlängert. Und zuletzt ist es Yavas auch gelungen, Dirk Burmester „vom Projekt zu überzeugen“ und als Co-Trainer für den in der Winterpause ausgestiegenen Jan Feldmeier zu gewinnen. Der 55-jährige hatte zuletzt als Co-Trainer beim stark abstiegsbedrohten Regionalligisten Altona 93 gearbeitet. Zwei Welten, die in der kommenden Saison wahrscheinlich eine sein werden.

www.tus-osdorf.de

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