Efsun (10, li.) und Narin (10) proben für einen Auftritt: „Ich bin hier, weil ich mich austoben will“, sagt Narin. Foto: cvs

Die Geburtsstunde des Circus Abrax Kadabrax fiel auf einen denkbar kalten Wintertag im Jahr 1996. So kalt, dass die Außenalster zugefroren ist und sich halb Hamburg auf dem Eis tummelt. Ein Künstler, der brennende Fackeln durch die Luft wirbelt, weckt das Interesse von Andreas Schmiedel, damals noch Diakon und Sozialpädagoge in der Ansgarkirche Othmarschen.

„Ich fragte ihn, ob wir nicht zusammen einen Kinderzirkus auf die Beine stellen wollten“, erinnert sich Schmiedel. Zwei Jahre dauert es noch bis zur offiziellen Gründung, dann öffnet das Zirkuszelt auf dem Gelände der Grundschule Trenknerweg – unweit der Ansgarkirche – seine Pforten. In diesem Jahr feiert der „Circus Abrax Kadabrax“ bereits sein 20-jähriges Bestehen.

Heute ist Schmiedel Zirkusdirektor und Herr über zwei beheizte Zelte und mehrere Original-Zirkuswagen. Im Jahr 2010 ist der Zirkus in den Osdorfer Born umgezogen, hat seinen Platz auf der Wiese neben dem Bürgerhaus.

Das Projekt erfüllt eine wichtige Funktion im sozialen Brennpunkt: Einmal pro Woche beschäftigen sich Kinder in der Zirkusschule mit Akrobatik, Jonglage und anderen Zirkuskünsten. Die Übungen und nicht zuletzt die finale Aufführung vor Publikum stärken Körpergefühl und Selbstbewusstsein der jungen Teilnehmer.

Während der Ferien findet zudem ein mehrtägiges „Zirkuscamp“ am Falkensteiner Ufer statt. Bei einem weiteren Projekt, dem „Zirkus der Generationen“, dürfen auch Erwachsene mitmischen. „Der Zirkus der Generationen schafft das, was die Gesellschaft nicht fertigbringt – nämlich Menschen aller Altersgruppen zusammenzubringen“, sagt Projektleiterin Annika Cohrs.

Ein ständiger Drahtseilakt ist die Finanzierung der insgesamt 80 Projektangebote pro Jahr: Eine Dauerförderung existiert nach der Streichung von Schmiedels Leiterstelle vor vier Jahren nicht mehr, der Zirkus ist auf Förderer und öffentliche Mittel angewiesen. „Wir strecken uns schon nach der Decke so gut es geht“, sagt Tilman Lautzas, Jugendpastor der Nordkirche. Immerhin kümmere sich die Kirche als Projektträger um die Buchführung bei „Abrax Kadabrax“ und springe in Notfällen auch mal kurzfristig ein.

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