Der Bunker in der Eimsbütteler Straße 135 soll abgerissen und zu „Micro-Wohnungen“ umgebaut werden.

Die Anwohnerin ist sich immer noch nicht schlüssig darüber, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist. „Wir haben keinen Sieg errungen, wir haben die Umsetzung der Pläne nicht verhindert“, sagt Bettina Wohlert (Name geändert). Behördlicherseits sei ihr allerdings signalisiert worden, dass die erzwungenen Plan-Änderungen im Vergleich zu ähnlichen Bauvorhaben „enorm“ seien.

Monatelang hat die in der Initiative „Nachbarn für nachhaltige Nachbarschaft“ zusammengeschlossene Wohnbevölkerung gegen die Abriss- und Umbaupläne des Greifswalder Investors Eduard Reidel für den Hochbunker in der Eimsbütteler Straße 135 gekämpft. Nach der Genehmigung des Bauantrags durch den Bauausschuss der Altonaer Bezirksversammlung am 13. Februar kann die neue Eigentümerin des Bunkers, die eigens für das Vorhaben gegründete „RHH Eimsbütteler Straße“, loslegen.

Allerdings nur in abgespeckter Version. Ursprünglich geplant waren 85 „Micro-Wohnungen“ mit weniger als 20 Quadratmetern Wohnfläche und mehr als 40 Balkons. Verteilt auf sechs Geschosse plus Staffelgeschoss auf dem Dach und eine dreifache Staffelung in den kleinen, dicht bewachsenen „biotopischen“ Hinterhof hinein.

Geblieben sind 72 „Micro-Wohnungen“, davon 21 für mindestens zehn Jahre „preisreduziert“, mehr als 40 Balkons und eine zweifache Staffelung in den Hinterhof. Aber auch diese Pläne finden vor den Augen der Initiative keine Gnade. „Wir wollen ja keine Wohnbebauung verhindern, sondern Wohnungen haben, die wohnenswert sind“, betont Wohlert. Das Angebot des Investors könne sich schon aufgrund der geringen Wohnfläche gar nicht an die Zielgruppen wenden, für die in Hamburg dringender Bedarf bestehe, so Wohlert.

Aufgeben will die Initiative nicht. Im Raum steht eine Klage gegen die Abstandsflächen im Hinterhof. „Die können geltlich abgegolten werden, aber das will die Initiative nicht“, so Wohlert. Zudem soll auf einer Versammlung Mitte des Monats darüber entschieden werden, ob ein Beweissicherungsverfahren über die Auswirkungen des Bunkerabrisses gemacht werden soll. Das koste aber immerhin 4.000 Euro. Wohlert gibt sich jedoch kämpferisch. „Wir werden es dem Investor nicht einfach machen.“

1 KOMMENTAR

  1. Es überrascht mich immer wieder das die „Initiative „ sich anmaßt festzulegen welche Wohnungen lebenswert sind und welche nicht. In Hamburg gibt es mehr Wohnungen über 135 qm,als Wohnungen unter 30 qm. Es fehlt Wohnraum für Studenten, Young Professionals und auch alte Menschen, der sich warm unter € 500,00 bewegt. Die Initiative bewegt sich unter dem Motto, jetzt bin ich hierher gezogen, jetzt ist es voll

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