Die Teilnehmer der „Solidarischen Landwirtschaft“ kommen überwiegend von der Elbinsel und sind zwischen 20 und 65 Jahre alt. Ihr Zentrum ist das „Minitopia“ – eine ehemalige Autowerkstatt an der Georg-Wilhelm-Straße. Foto: cvs

Äpfel, Birnen, Salat und Kartoffeln aus ökologischem Anbau – das ganze Jahr über, jede Woche, jeden Tag: Wovon viele Wilhelmsburger schon immer geträumt haben, das hat die Initiative „Solidarische Landwirtschaft“ („Solawi“) jetzt in die Tat umgesetzt.

Die ähnlich wie eine Genossenschaft organisierte Gruppe, die im äußersten Süden der Elbinsel zuhause ist, baut ab sofort ihr eigenes Obst und Gemüse an. „Ziel ist es, eine Art Stadtfarm zu entwickeln“, sagt Stefanie Engelbrecht. Im Januar ging das Gründungstreffen über die Bühne, zu dem sich über 150 Mitstreiter einfanden – weit mehr als erwartet. „Wir sind aus allen Nähten geplatzt“, berichtet die Mitinitiatorin.

Und so funktioniert das Prinzip der „Solidarischen Landwirtschaft“: Jedes Mitglied zahlt einen bestimmten Jahresbeitrag ein, dessen Höhe sich nach der Einsatzbereitschaft und nach dem Geldbeutel desjenigen richtet. Im Moment wird ein Durchschnittspreis von 250 Euro pro Erwachsener angestrebt.

Davon pachten die „Solawistas“ Beete und Äcker bei Bauern und Gärtnern im Stadtteil und finanzieren deren Pflege. Was dort angebaut wird – ob Mangold, Karotten oder Stangenbohnen – wird zuvor gemeinschaftlich und in Absprache mit dem Bauern entschieden. Später landet das geernete Grünzeug in Depots, an denen sich die Mitglieder in Eigenregie bedienen können – je nachdem, wieviel es wovon gibt. „Es gilt das Prinzip der Solidarität“, sagt Engelbrecht.

Hilfe bekommen die „Solawis-tas“ von der „Solidarischen Landwirtschaft Nordheide“, einem von aktuell über 170 solcher Zusammenschlüsse deutschlandweit. Denn viele Flächen, die die Initiative für sich nutzen möchten, sind noch gar nicht urbar gemacht worden. Oder es lagern Altlasten wie Chemikalien und Pestizide im Boden, was eine sorgfältige Vorprüfung verlangt – schließlich will man Bio-Ware produzieren.

Hervorgegangen ist die „Solawi Wilhelmsburg“ aus dem Projekt „Minitopia“, das sich selbst als „Plattform urbaner Selbstversorgung“ bezeichnet. Interessenten können jeden Sonnabend von 12 bis 18 Uhr vorbeikommen, um gemeinsam zu gärtnern oder zu werkeln. Adresse: Georg-Wilhelm-Straße 322.

Bildunterschrift
Die Teilnehmer der „Solidarischen Landwirtschaft“ kommen überwiegend von der Elbinsel und sind zwischen 20 und 65 Jahre alt. Ihr Zentrum ist das „Minitopia“ – eine ehemalige Autowerkstatt an der Georg-Wilhelm-Straße. Foto: cvs

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