Auf dem Rathausmarkt wurde für den Erhalt aller 21 katholischen Schulen in Hamburg demonstriert. Foto: pr

Olaf Zimmermann, Hamburg-Süd

Erzbistum und Hamburger Schulgenossenschaft verhandeln über die Zukunft der katholischen Schulen in der Hansestadt. Die Chancen, dass alle 21 Schulen unter einem Dach fortgeführt werden können, sind nicht gestiegen. Das Erzbistum beharrt auf seiner Position.
„Gemeinsame Verantwortung heißt nicht gemeinsame Trägerschaft! Das Erzbistum Hamburg bleibt Träger seiner katholischen Schulen“, stellte Generalvikar Ansgar Thim deutlich klar.
Hintergrund: Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hatten im Dezember 2017 beim Erzbistum Schulden in Höhe von 79 Millionen Euro festgestellt. Ohne gegenzusteuern könnte diese Summe bis 2021 auf 353 Millionen Euro anwachsen. Um die drohende Pleite des hoch verschuldeten Erzbistums Hamburg abzuwenden, sollen acht der 21 katholischen Schulen geschlossen werden – darunter mit dem Niels-Stensen-Gymnasium, der Katholischen Schule Neugraben und der Katholischen Schule Harburg sämtliche katholischen Schulen im Bezirk Harburg.
Eine private Initiative um Christian Bernzen und Ex-Staatsrat Nikolaus Hill hat eine „Hamburger Schulgenossenschaft“ gegründet, die sämtliche 21 katholischen Schulen in Hamburg übernehmen möchte. Ziel der Initiatoren ist es, in möglichst kurzer Zeit 10.000 Genossenschaftsmitglieder zu finden. Ein Genossenschaftsanteil für Erwachsene soll 1.000 Euro kosten, für Kinder und Jugendliche nur 200 Euro.
Für die drei katholischen Schulen in Harburg werden die Probleme nicht kleiner. Eine Verlängerung der Anmeldezeit hat es nicht gegeben, angesichts der ungewissen Situation melden Eltern ihre Kinder an staatlichen Schulen an. Und wie lange die Solidarität unter den 21 katholischen Schulen andauert – 13 Schulen sollen nach Ansage des Erzbistums ja fortgeführt werden – ist unklar.
Erzbistum und die Hamburger Schulgenossenschaft haben sich eine Frist bis zum Beginn der Hamburger Sommerferien am 5. Juli gesetzt, um eine Lösung für „alle wesentlichen Fragen“ zu finden. Die Schulbehörde berät beide Seiten in rechtlichen Fragen und in Fragen der Privatschulfinanzierung.

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