Protest gegen Bebauung: Das Wohnprojekt im Brachvogelweg hat sich vor mittlerweile 16 Jahren gegründet. Der geplante Kita-Bau würden Charakter der Spielstraße zerstören

Von Christopher von Savigny. Der Konflikt der Bau- und Wohngenossenschaft Brachvogel eG mit dem Hamburger Kitaträger SterniPark spitzt sich zu: Nachdem alle bisherigen Versuche der Anwohner gescheitert sind, den drohenden Bau einer Groß-Kita im Brachvogelweg zu verhindern (das Elbe Wochenblatt berichtete), wendet sich die Initiative jetzt mit einem offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz. Darin wird eindringlich vor einem drohenden Verkehrschaos gewarnt. „Wenn erst ein Kind unter ein Auto gerät, nutzen die Rechtsbelehrungen, die wir uns derzeit anhören müssen, leider gar nichts“, sagt Janina Klein, Vorstandsmitglied der Brachvogel-Genossenschaft. Scholz oder sein Nachfolger müssten jetzt dringend Druck machen, damit es soweit niemals käme.?
Zur Erinnerung: SterniPark möchte am nördlichen Ende des Brachvogelwegs, der als Spielstraße und Sackgasse ausgelegt ist, eine Kita für 240 Kinder bauen. Geplant sind außerdem ein Kinderrestaurant, eine Küche, mehrere Mitarbeiterwohnungen sowie eine Tiefgarage. Sollte das Projekt tatsächlich realisiert werden, rechnen die über 100 betroffenen Anwohner mit einer deutlichen Zunahme von Besucher- und Anlieferverkehr. Der Brachvogelweg sei stellenweise nur drei Meter breit und es gebe keine Bürgersteige. „Es klingt wie ein Schildbürgerstreich“, sagt Torsten Mache, ebenfalls aus dem Vorstand. „Alle Politiker sind sich einig, dass die Straße dem absehbaren Verkehrsstrom nicht gewachsen ist. Aber die Behörden behaupten schlichtweg, man könne nichts machen.“
Im „Hamburger Abendblatt“ sagte Sternipark-Chefin Leila Moysic ihr täte das alles „sehr leid“. Sternipark habe das Grundstück in der Annahme gekauft, dass die Straßenbreite die im Bebauungsplan angegebenen sieben Meter betrage. Sie sei aber überzeugt, dass eine Zufahrt auch über den Brachvogelweg möglich sei.

Gründstückstausch mit dem Kleingartenverein?

Im vergangenen Jahr war ein erster Bauantrag an den Ausmaßen des Planobjekts gescheitert. „SterniPark hat unter anderem den Fehler gemacht, eine Großküche zu beantragen“, sagt CDU-Bauexperte Sven Hielscher, der sich – wie andere Politiker auch – am „gewerblichen“ Charakter der Kita stört. Als nächstes wolle man in der Politik versuchen, den angrenzenden Kleingartenverein „Veermoor“ zu einem Grundstückstausch zu bewegen. Vorteil: Die Kita könnte von Norden her über den Kleiberweg angefahren werden.
?? www.brachvogel-eg.de

Die betreffende Fläche grenzt an das Grundstück der Emmauskirche im Kleiberweg an. Foto: cvs

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