Das Eisenbahnerviertel soll trotz neuer Gebäude grün bleiben. Der Trick: Garagen

Gaby Pöpleu, Eidelstedt
Das Wohnungsunternehmen Vonovia aus Bochum möchte am liebsten gleich loslegen, aber so schnell wird es nicht gehen. Für die Nachverdichtung des Eisenbahnerviertels rund um Alpenrosenweg, Christrosenweg und Krummer Kamp mit bis zu 300 neuen Wohnungen muss erst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Das wird erfahrungsgemäß mehrere Jahre dauern, bestätigt Bezirksamtssprecher Kay Becker. Rund 100 Eidelstedter wollten wissen, wie der Entwurf aussieht, der den Vonovia-Architektenwettbewerb gewonnen hat. Die Anwohner kamen deshalb zur Sitzung ihres Stadtteilbeirates in die Stadtteilschule Lohkampstraße.
Nicht wie zunächst befürchtet 400 sondern nur 250 bis 300 Wohnungen sieht der siegreiche Plan der Büros „Hahn Hertling von Hantelmann Landschaftsarchitekten und eins:eins architekten“ vor. So weist der Entwurf nur etwa 28.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche aus, Das entspricht etwa 20.000 Quadratmetern Wohnfläche. Andere Architekten hatten bis zu 35.000 Quadratmeter neue Geschossfläche eingeplant. Bebaut werden sollen vor allem schon „versiegelte“ Flächen wie Parkplätze oder Garagen, um den grünen Charakter der Siedlung zu erhalten.Dabei wurde schnell klar: Der Verkehr ist auch das größte Problem in den Augen der Anwohner. „Wo sollen wir nur parken?“ fragten sich viele. Darum drehten sich die meisten Wortmeldungen. Die alten Garagen sollen abgerissen werden, Parkplätze sind aber schon jetzt knapp. Hier parken viele Bahnmitarbeiter und Pendler, die die Parkgebühren im Park-and-Ride-Parkhaus an der Elbgaustraße sparen wollen.
Tatsächlich müssen die Architekturbüros hier wohl nacharbeiten. Derzeit seien zwei Tiefgaragen im Christrosenweg und beim Supermarkt geplant, dazu kommt die bestehende Parkpalette am Alpenrosenweg und eine neue beim nördlichen Bolzplatz, sagt Moderator und Stadtentwickler Simon Kropshofer von der Stadterneuerungs- und Entwicklungsgesellschaft Steg. Genaueres müssen die Architekten aber noch ausarbeiten. Im Januar hatte die Bezirksversammlung beschlossen, dass ein neuer B-Plan für das Eisenbahnerviertel her muss. Bisher existiert nur ein – veraltetes Baurecht aus den Jahren 1955 bis 1989. Wird es eine von Vonovia gewünschte Ausnahmeregelung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch (siehe Infotext, das Elbe Wochenblatt berichtete) doch noch geben? „Nein“, bestätigte Bezirksamtssprecher Becker. Mit dem B-Plan-Beschluss „soll sichergestellt werden, dass sowohl eine Bürgerbeteiligung als auch die Anhörung der Träger öffentlicher Belange erfolgt.“

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