Letzte Woche musste ich mit meinem Papagei Gustav zum Tierarzt. Er hat nach einem ungleichen Kampf gegen eine Katze am Schnabel geblutet. Die Wunde war zwar nicht lebensbedrohlich, musste aber dennoch vom Fachmann versorgt werden.

Wie es dazu kam

Ich machte Frühjahrsputz. Dazu schob ich die Möbel beiseite, sauge, putzte, wischte in den hintersten Ecken; sogar die Fenster wurden endlich vom Schmutz des Winters befreit. Auch der Vogelkäfig wurde einer gründlichen Reinigung unterzogen.
Hierzu öffnete ich die Voliere und ließ Gustav im Zimmer frei umherfliegen. Gustav liebt es, die Räume außerhalb seines Käfigs zu erkunden. Am liebsten sitzt er oben auf dem alten Schrank im Flur. Von dort aus beobachtet und kommentiert er das Geschehen in der Wohnung. Wenn er auf die Toilette muss, fliegt er tatsächlich zurück in seinen Käfig, um es dort zu tun.
Als mein Sohn vom Fußballtraining nach Hause kam, muss wohl die Nachbarkatze Trixie unbemerkt mit in die Wohnung geschlüpft sein.

Ein ungleicher Kampf
Ich hörte laut Musik und nahm das Heimkommen meines Sohnes nur am Rande wahr. Trixies Anwesenheit hat erst einmal niemand bemerkt.
Ein ohrenbetäubendes Gekreische riss mich aus meinen mich beim Putzen begleitenden Tagträumen, aus denen ich augenblicklich hochschreckte. Ich warf den Lappen beiseite und rannte ins Wohnzimmer, um nachzusehen, was los war. Federn flatterten mir entgegen, doch von Gustav war nichts zu sehen. Eine Blutspur führte mich in den Flur.
Dort fand ich ein Knäuel aus Federn und Fell vor, das sich am Boden wälzte und Geräusche wie ein Schwein mit Todesangst im Schlachthaus von sich gab. Es war fürchterlich. Gustav und Trixie hackten und kratzten aufeinander ein, sie gaben das Bild eines rotierenden Bündels ab, das Federn, Fellfetzen und Blutspritzer auf meinen Perserteppich absonderte.

Mein beherztes Eingreifen verhinderte Schlimmeres.

Ich packte mit der einen Hand ein Stück des Fellknäuels, mit der anderen griff ich in die Masse aus Federn. Ich musste fest ziehen, um die beiden auseinander zu bekommen.
Zuerst einmal vergewisserte ich mich, dass Gustav atmete und keine ernsthaften Verletzungen hatte. Dann brachte ich die lädierte Katze zu unserer Nachbarin. Trixie hatte Verletzungen am Rücken, die allerdings nicht sehr tief aussahen.
Meine Nachbarin und ich verstehen uns normalerweise sehr gut. Als ich ihr die blutende Katze reichte, verfinsterte sich allerdings ihr Gesicht. Mich beschlich der Verdacht, dass wir nicht länger miteinander Kaffee trinken würden, aber ich beschloss, mich zuerst um Gustav zu kümmern.

Erste Hilfe beim Tierarzt
Als ich Gustav eingehender untersuchte, bemerkte ich schnell, dass er am Schnabel blutete. Außerdem hatte er einige Federn verloren. Er war noch recht aufgeregt von dem Kampf und ließ sich nur ungern anfassen.
Dennoch gelang es mir, ihn wieder in seinem Käfig zu verfrachten. Zum Glück hatte der Tierarzt in Bergedorf, Tierarztpraxis für Kleintiere und Vögel Dr.Fenske
noch geöffnet und konnte Gustav bald untersuchen. Es fehlte ihm nicht viel. Die Blutung der Wunde am Schnabel konnte schnell gestoppt werden, und abgesehen von der Aufregung und den verlorenen Federn war er wohlauf.

Meine Nachbarin und ich kamen überein, besser darauf zu achten, wer bei uns ein und aus geht.

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