Lässt sich auch in einem typischen Männerberuf nicht unterkriegen: Gabelstaplerfahrerin Daniela Celik. Foto: oz

Gaby Pöpleu, Harburg
Es ist ihr Traumjob, doch die Begeisterung von Daniela Celik fürs Gabelstaplerfahren hat einen argen Dämpfer bekommen: Sie verlor ihren Job. Wollten die neuen Kollegen nicht mit ihr zusammenarbeiten, weil sie eine Frau ist? Die enttäuschte Harburgerin sucht jetzt einen neuen Job – mit netteren Kollegen. Hinter ihrem Geld muss sie aber immer noch herlaufen.Dabei hatte alles hoffnungsvoll angefangen: Ende Januar erschien Daniela Celik in der Firma DSB-Bernhardt Logistik in der Bremer Straße, um – wie mit dem Chef besprochen – drei Tage zur Probe zu arbeiten. „Das lief gut“, erinnert sich Celik, „Am 6. Februar habe ich den den Arbeitsvertrag unterschrieben.“ Erster Arbeitstag: Mittwoch, 7. Februar. Bis zum Wochenende ging alles glatt. Doch schon am Freitag erste Animositäten. Celik: „Da lief irgendwas, das habe ich gemerkt.“ Am Donnerstag hatte sie nach dem Schichtplan für die nächste Woche gefragt, aber: Funkstille! „Erst am Montag (12. Februar, Anm. d. Red.) hat mir der Chef gegen elf eröffnet, dass er mir kündigen wolle.“

Folgt ein juristisches Nachspiel?

Diesen Tag wird Daniela Celik so schnell nicht vergessen, denn als sie sich am folgenden Donnerstag ihre Papiere abholte erfuhr sie von Kollegen: Ihre Leistung war nicht das Problem. Vielmehr wollten die Kollegen nicht mit einer Frau zusammenarbeiten. „Ich war total geschockt“, sagt Celik, der man die Aufregung auch Tage später deutlich anmerkt. Werden bei DSB-Bernhardt Frauen diskriminiert?
„Das hört sich ganz so an“, sagt Arbeitsrechtlerin Arzu Asani, „Niemand darf wegen seines Geschlechts benachteilgt werden.“ Das gelte natürlich auch, wenn überwiegend muslimische Männer in einem Betrieb arbeiteten. Die Chancen, so etwas zu beweisen, seien aber gering, denn: Man brauche Zeugen. Celiks Kollegen sind da wohl wenig glaubwürdig – sie wollen ihren Job behalten.

Der Ex-Arbeitgeber streitet alles ab

Die Firma streitet alles ab, Marc Bruns, der Vorgesetzte von Frau Celik, behauptet, Daniela Celik sei trotz Aufforderung nicht zur Arbeit erschienen und habe auch keine Krankmeldung abgegeben. „Das stimmt nicht“, sagt Celik. „Ich habe mehrfach nach dem Schichtplan gefragt, wurde immer abgewiesen.“ Der Fall wird wohl am Ende die Anwälte beschäftigen, auch wenn Diskriminierung nicht nachgewiesen werden kann.
„Total ungerecht“, findet Daniela Celik das ganze trotzdem. Gabelstaplerfahrerin ist ihr Trauberuf. Bei verschiedenen Jobs im Lager hatte sie festgestellt: „Das ist genau mein Ding.“ Auf eigene Rechnung machte sie den Gabelstaplerführerschein, arbeite zwei Jahre in dem Job, bis jetzt die große Enttäuschung kam. „Zum Glück sind nicht alle Firmen so. Ich hatte schon einen Probe-Arbeitstag in einer anderen Firma“, sagt Celik.

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