So soll die Autobahn-Anbindung an den Moorburger Elbdeich aussehen. Grafik: REGE

Andreas Göhring, Moorburg
Noch bevor die geplante A26-Ost das ehemalige Elbdorf Moorburg einschnürt, droht den Bewohnern eine weitere Belastung: Um den Verkehr rund um den Container-terminal Altenwerder zu entzerren, soll eine Straßenanbindung Altenwerder Süd (SAS) gebaut werden. Das ist seit mehr als zehn Jahren geplant, aber die ReGe Hamburg Projektrealisierungsgesellschafts mbH, die die SAS für die Hafenverwaltung Hamburg Port
Authority bauen soll, ignoriert alles, was bisher gegen die neue Straße in öffentlichen Diskussionen vorgebracht worden ist.
Und so will die ReGe die Straße, die vom Terminal kommend den alten Deich durchstoßen soll, mit einer einfachen Einmündung an die Straße Moorburger Elbdeich anbinden. Früher war noch ein Kreisverkehr im Gespräch, aber auch der hätte nicht verhindern können, dass die Containersattelzüge bei Staus auf der Waltershofer Straße einfach nach links auf den Moorburger Elbdeich abbiegen, das Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen „übersehen“ und durch Moorburg brettern.
Eine leichte Lösung gibt es dafür nicht, denn für Linienbusse und die Laster von zwei Moorburger Betrieben muss die Durchfahrt möglich bleiben. Deshalb wollte der Moorburger SPD-Bezirksabgeordnete Sören Schinkel-Schlutt im Stadtplanungsausschuss wissen, welche Lösung sich die ReGe hat einfallen lassen. „Wir werden ein Verkehrsschild aufstellen“, sagte ReGe-Projektleiter Stephan Runge und handelte sich großes Gelächter ein. In der Regel verhalten sich leitende Mitarbeiter der Verwaltung in solchen Fällen neutral. Harburgs Baudezernent Jörg Penner wurde trotzdem deutlich: „Sie geben sich der Illusion hin, dass Sie da mit einem Schild etwas erreichen können? Mit Verlaub: Das ist naiv.“
Inzwischen haben mehrere Moorburger angekündigt, schriftliche Einwendungen gegen die Planungen der ReGe einzureichen. Ihre Kritik richtet sich nicht nur gegen ihrer Meinung nach mangelnde Verkehrsprognosen, sie sehen auch keinerlei Notwendigkeit für die SAS – zumal eine Entlastung der bestehenden Anbindung auch durch einen Ausbau der Behelfszufahrt direkt zur Waltershofer Straße erreicht werden könne.

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