Die „Cap San Diego“ ist das weltweit größte fahrbereite Museumsschiff. Foto: kroll

Oliver Kroll, Hamburg West
Ein Schiff. Ein Museum. Eine Geschichte. Besser: Viele Geschichten. Über die Cap San Diego werden heute unzählige Geschichten erzählt. Der Architekt und Schiffskonstrukteur Cäsar Pinnau erdachte Teile des Frachters. Die Reederei Hamburg-Süd, sie ließ die Cap San- Schiffe Anfang der 1960er Jahren bauen, wurde inzwischen verkauft.
Das Fahrtgebiet Südamerika zählte unter den Seeleuten von damals zu den weltweit beliebtesten.
Das Klima, das Nachtleben, die lebensfrohe Mentalität machten so eine Seefahrt zum Erlebnis. „Wir lagen manchmal zehn Tage im Hafen“, so ein ehemaliger Seemann, der als Zweiter Offizier an Bord arbeitete und heute ehrenamtlich auf der Cap San Diego mitmacht. Seeleuten, die danach in ein weniger attraktives Fahrgebiet versetzt wurden, bekommen noch heute bei Erinnerungen an Häfen wie Rio einen wehmütigen Glanz in die Augen.
Überliefert ist die Geschichte eines Bootsmannes, versetzt auf ein Schiff der Levante-Linie. Immer auf der Höhe von Lissabon organiserte er ein Brasilien-Erinnerungsbesäufnis. Tripolis statt Santos, Benghazi statt Recife, das war für den Seemann nur schwer auszuhalten. Nicht mal eine kurze Hose war bei Landgang erlaubt. Von Bars und Nachtleben keine Spur, als Gaddafi die Macht in Libyen übernommen hatte.

Gute Auslastung bei Übernachtungen

Wer heute als Gast auf der Cap San Diego übernachtet, bekommt eine Ahnung von dem Leben an Bord der „weißen Schwäne des Südatlantiks“, wie die eleganten Schiffe genannt wurden. So fasziniert die Cap San Diego heute wieder alte und junge Besucher.
Besonders bei Touristen beliebt sind die Übernachtungen an Bord. So lobte Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hamburger Admiralität Hermann Klein kürzlich anlässlich des Kommandowechsels besonders die Auslastung der Cap San Diego als Hotel. Laut Klein liegt die Hotelauslastung bei 86 Prozent. „Davon können andere Hotels nur träumen.“
Träumen lässt sich heute von Partys unter dem Kreuz des Südens auf dem Pooldeck. Auch wenn die Temperaturen nur selten an den Südatlantik erinnern, erleben Gäste auf dem weltweit größten fahrbereiten Museumsschiff ein Stück Romantik. Wer das Schiff entdecken möchte, kann vom Mast bis zur Bilge den „weißen Schwan“ erkunden.“ Für „Landratten“: Bilge ist der unterste Raum des Schiffes, der direkt oberhalb der Schiffsplanken oder oberhalb des Kiels liegt.
Der holzgetäfelte Salon, Bar und Bibliothek sind im Stil der 60er Jahre gehalten. Familien- und Firmenfeiern werden dort vom „Hamburger Gastmahl“ organsiert und ausgerichtet.
Feucht-fröhliche Partys werden damals wie heute gefeiert. Noch eine Geschichte? Ein Angestellter forderte vor einigen Jahren im Rahmen einer Firmenfeier seine Kolleginnen auf, mit ihm nackt in den Pool zu springen. Was diese natürlich nicht machten.
So blieb es bei einer Ankdote, die zu den zahllosen Geschichten rund um die Cap San Diego zählt. Eine von ganz vielen Geschichten.

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