Im Einsatz für Papas – und solche
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Ch. v. Savigny, Ottensen
Im Wartebereich des Vereins „Väter“ gibt es eine umfangreiche Bibliothek, die zum Schmökern einlädt. Zum Teil mit recht vergnüglich klingenden Titeln: „Papa to Go“ zum Beispiel, oder „Survival für Väter“. Ist das Vaterdasein tatsächlich eine Überlebensaufgabe? „Heutzutage wollen Väter mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, als das bei ihren eigenen Vätern der Fall war“, sagt Lars Henken, einer der beiden Geschäftsführer. Dabei bräuchten sie mindestens ebensoviel Unterstützung wie Mütter. „Ich möchte, dass Väter ihre Rolle stärker wahrnehmen“, so Henken. „Da will ich etwas bewegen.“

Männer erfahren hier, was bei der Geburt passiert

Interessant: Der 2001 gegründete Verein, der erst kürzlich neue Räume in der Erzbergerstraße bezogen hat, ist die einzige Einrichtung in Norddeutschland, die sich (fast) ausschließlich an männliche Erziehungsberechtigte wendet. Angeboten werden Beratungen – etwa zu den Themen Recht, Erziehung und Elterngeld. Außerdem gibt es einen Geburtsvorbereitungskurs, der sich exklusiv an Männer richtet. „Vor 40 Jahren waren nur zehn Prozent der Väter bei der Geburt dabei – heute sind es 90 Prozent“, erklärt Henken. Dass die Geburt auch dem männlichen Elternteil viel abfordere, sei aber bisher komplett unberücksichtigt geblieben. „Es hilft der Frau natürlich nichts, wenn man am Tag X vor lauter Stress zusammenklappt“, sagt der Co-Geschäftsführer. Zwecks Vorbereitung werde der Kursteilnehmer „recht schonungslos“ darüber aufgeklärt, was eigentlich während der Geburt passiere. „Es geht darum: Wie verhalte ich mich? Wie kann ich ein Unterstützer sein?“, so Henken. Weiterhin auf dem Programm von Väter e. V. stehen Vorträge zu Vaterthemen, die Planung von Feriencamps sowie Vater-Kind-Aktivitäten wie Babymassage und Bastelworkshops. Montags treffen sich junge Väter Kindern zum gemeinsamen Frühstück.
Nicht selten kommen die Besucher aber auch mit Themen, die gar nicht nur das Kind betreffen: Schwierigkeiten mit der Partnerin etwa, oder die Frage nach einer beruflichen Elternauszeit. „Bei den öffentlichen Arbeitgebern ist das normalerweise kein Problem, im privaten Bereich dagegen fast unmöglich“, so Henken, Vater von Zwillingen und nebenberuflich freier Werbetexter. Was ihn jedoch positiv stimmt: „Es bewegt sich zurzeit unheimlich viel.“

❱❱ Der überwiegende Teil der Angebote des Vereins „Väter“ ist kostenlos. Aktuell wird ein Praktikant gesucht. Infos unter www.vaeter.de

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