Dieser Entwurf wird nun noch einmal überarbeitet. Grafik: DRK

ANDREAS GÖHRING, NEUGRABEN
Eigentlich sollte im Wohnquartier Vogelkamp noch in diesem Jahr eine Kita für 150 Kinder eröffnet werden. Daraus wird nichts, der Neubau ist frühestens in zwei Jahren fertig. Nun muss rund die Hälfte der Eltern neu planen. Was ist da schief gelaufen? Offenbar einiges, aber niemand will es gewesen sein.

Keine Baugenehmigung wegen Holzfassade

Gleich nach dem Architektenwettbewerb gab’s die erste Panne. Sieger wurde ein Entwurf, der ein wenig an das Olympiastadion in Peking – auch bekannt als „Vogelnest“ – erinnerte. Leider waren sich Architekt und Investor, das DRK Harburg, nicht ganz einig, wie was abgerechnet werden sollte. So dass sich schnell abzeichnete, dass der Bau viel teurer als geplant werden würde.
Also kam der zweiten Sieger des Wettbewerbs zum Zuge – ein eher konventioneller Bau mit schicker Holzfassade. Genau die sorgt jetzt für massiven Ärger, denn die Bauprüfabteilung des Bezirksamts verweigert nun die Baugenehmigung, weil der Brandschutz nicht gewährleistet sei. Das Holz sei doch eine Vorgabe des Vogelkamp-Projektentwicklers IBA Hamburg gewesen, beteuert DRK-Kreisgeschäftsführer Harald Krüger. Und Parteifreund und CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer legt nach: „Unglaublich! Das Harburger Baudezernat war doch in der Wettbewerbsjury. Warum hat man da keine Bedenken wegen der Holzfassade geäußert?“
Die Reaktionen von Bezirksamt und IBA kamen prompt. „Unsere Bauprüfer waren als Sachverständige am Wettbewerbsverfahren beteiligt und haben schon damals darauf hingewiesen, dass der Brandschutz überarbeitet werden muss.“
IBA-Sprecher Stephan Laetsch bestätigt zwar, dass „ein Holzbau besonders positiv bewertet werden würde“. Ein Holzbau sei aber keinesfalls gleichzusetzen mit einer Holzfassade. Das DRK habe dann in der Auslobung des Wettbewerbs seine Wünsche so formuliert: „In der Wahl der Materialien soll eine Haltung zum nachhaltigen Bauen zum Ausdruck kommen. Entsprechend wird eine Planung mit nachwachsenden Baustoffen (zum Beispiel Holzkonstruktion) und nachwachsenden und nachhaltigen Dämmstoffen besonders positiv bewertet.“ Und nun?
Offenbar redet man wieder miteinander – unterdessen können die Eltern sehen, wo sie ihre Kinder unterbringen.

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