In ihrem Pionahaus in der Sternschanze fühlt sich Yvonne Trübger sichtlich wohl. Foto: FS

Von Fritz Schenkel. Ein fester Händedruck zur Begrüßung. Danach bittet Yvonne Trübger inmitten von Flügeln, Klavieren, Pianos und Digitalklavieren auf eine Reise in eine den meisten Menschen unbekannte Welt. Schon nach wenigen Sätzen drängt sich das Gefühl auf, hier ist eine Überzeugungstäterin am Werk. Yvonne Trübger unterstreicht das mit Nachdruck: „Ja, total!“ Ein Satz wie ein fester Händedruck.
Die 48-jährige gelernte Klavierbauerin und Kauffrau leitet seit 1998 in vierter Generation das „Pianohaus Trübger“ in der Schanzenstraße. Ein verwinkelter, entschleunigter Raum über drei Etagen, der so gar nicht ins quirlige Schanzenviertel passen will. 1872 hat ihr Urgroßvater Friedrich Reinhold Trübger um die Ecke in der Altonaer Straße das Geschäft gegründet. Herstellung und Handel sind danach vom gleichnamigen Sohn und Enkel fortgeführt worden. Die Zahl der weltweit verkauften Instrumente aller namhaften Hersteller bewegt sich mittlerweile auf die 60.000er-Marke zu.

Die Kauffrau unterstützt „Jugend musiziert“

Für Yvonne Trübger hätte es eine berufliche Alternative im Bereich Kunst und Design gegeben, allerdings habe sie bereits als 16-Jährige gewusst, dass sie Nachfolgerin ihres Vaters werden wolle. „Er hat zu mir gesagt, wenn du es machst, dann mit Herzblut.“ Zuvor gönnt Yvonne Trübger sich ein Jahr ganz allein für sich und studiert in Florenz Kunstgeschichte und Italienisch. „Ich bin sehr italophil.“
Das Engagement der Überzeugungstäterin erschöpft sich mitnichten darin, Instrumente zu verkaufen. Ein besonderes Anliegen ist ihr die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen. Für ihre Unterstützung von „Jugend musiziert“, für die Veranstaltung Dutzender kostenloser Konzerte, für Wettbewerbe, in denen Kindertagesstätten ein Klavier gewinnen können, ist sie mehrfach ausgezeichnet worden. „Ihr Leuchten in den Augen ist so phänomenal“, sagt Yvonne Trübger über die Reaktion vieler, die dieses Instrument sonst wahrscheinlich nie kennengelernt hätten. „Dann geht mir das Herz auf.“
Lebt und arbeitet hier jemand seinen Traum? „Ja.“ Aber in einem „anspruchsvollen Geschäft erfolgsorientiert“ zu sein, sei immer eine Herausforderung. Ihr Vater konnte erst im Alter von 75 Jahren loslassen, Yvonne Trübger möchte das lange vorher geschafft haben. Einen Plan dafür hat sie noch nicht in der Tasche. „Dazu bin ich noch zu jung, aber ich arbeite an meiner Fähigkeit loszulassen.“ Klar ist für sie nur: „Ich werde dieses Unternehmen nicht allein lassen.“ Wieder so ein Satz wie ein fester Händedruck.

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