Wird das Spreehafenviertel wie geplant gebaut

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg

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Die Initiative „Waldretter“ lädt für Sonnabend, 17. Februar, zu einem historischen Flut-Rundgang am Ernst-August-Kanal mit Margret Markert von der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen ein. Beginn: 14 Uhr, Treffpunkt: Bushaltestelle am Stübenplatz. Der Rundgang ist kostenlos, Spenden sind erbeten. Die Geschichtswerkstatt und die Wald-retter hoffen, dass auch Zeitzeugen oder deren Nachfahren an dem Rundgang teilnehmen. Mehr Infos erteilt Margret Markert unter S 401 959 27. Für das im Wilhelmsburger Norden geplante Wohnquartier Spreehafenviertel, ein 20 Hektar großer dreieckiger Bereich zwischen Reiherstiegviertel, Ernst-August-Kanal und dem Spreehafen, müsste der bestehende Wald weitgehend abgeholzt werden. Die Grünachse am Nordufer des Ernst-August-Kanals im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel soll bebaut werden.
„Die Stadt Hamburg würde dort auf heiklem historischem Grund bauen“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative „Wald-retter Wilhelmsburg“. „Am Spreehafen brachen bei der Flut am 16./17. Februar 1962 mit entsetzlicher Schnelligkeit die Deiche. Wo sich heute der Park am Kanal befindet, lebten damals Menschen in Gartenlauben und Behelfsheimen. So tiefliegend, dass das Wasser nach den Deichbrüchen einströmte wie in eine Badewanne. Eine Katastrophe, die zahlreiche Menschenleben kostete.“
„In dem Wald hängen die Bäume voller Tränen“, sagt Zeitzeugin Rita Wodnicak, „und auf jeder Träne steht ein Name.“ Wie viele ältere Menschen aus Wilhelmsburg kann sie sich noch genau an jene Nacht erinnern. Und wie derzeit manch andere ist es ihr ein Anliegen, auf die besondere Geschichte des zukünftigen Baugrunds für das geplante „Spreehafenviertel“ aufmerksam zu machen.

Ergänzung

Am Ende des Workshopverfahrens zum Spreehafenviertel – dem Quartier, das zwischen Ernst- August-Kanal und Spreehafen entstehen soll – hatte eine Jury den Entwurf ausgewählt, mit dem nun weitergeplant werden soll. Mit dem Entwurf vom Team BIWERMAU Architekten und WES Landschafts Architektur hat sich die Jury für einen Entwurf entschieden,der nicht zu den Favoriten der beteiligten Bürger zählte.

Warum wurde dieser Entwurf gewählt? Welche Bürger-Kriterien erfüllt der Entwurf? Darüber informieren am Dienstag, 20. Februar, ab 18:30 in der Aula der Ganztagsschule Fährstraße  Mitglieder der Jury, unter anderem Oberbaudirektor Franz-Joseph Höing (BSW), Karen Pein(Geschäftsführung IBA Hamburg GmbH), Michael Mathe(BezirksamtHamburg Mitte, Amtsleiter Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung), Julia Tophof (Juryvorsitzende, Architektin).

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