Tauschkisten müssen nicht vermüllt aussehen

Olaf Zimmermann, Wilhelmsburg
Der Streit um die Tauschkiste in der Mokrystraße geht in die nächste Runde. Einige Anwohner hoffen, dass diese Schmuddelecke schnell verschwindet. Die Projektgruppe Stadtteilpflege Wilhelmsburg möchte die Tauschkiste hier erhalten und möglichst im Bereich Kreuzung Veringstraße/Fährstraße eine weitere aufstellen.

Die Idee: Tauschkisten sind eine Art kostenlose Nachbarschaftsbörse auf etwa zwei Quadratmetern. Jeder kann etwas ablegen, was er nicht mehr braucht. Wer etwas interessant findet, nimmt es sich einfach mit. „Tauschkisten setzen ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft“, sagt Sören Schäfer (Bürgerhaus, Projektgruppe Stadtteilpflege).Die Probleme: Wenn niemand verantwortlich ist und es keinen „Tauschkisten-Paten“ gibt, der sich täglich kümmert, sieht es – wie jetzt – leicht schmutzig und verwahrlost aus.
Außerdem müssen Tauschkisten auf öffentlichen Grund bei der Verwaltung beantragt und genehmigt werden. Bezirks-amtssprecherin Sorina Weiland: „Wir stehen Tauschkisten aufgrund der bisherigen Erfahrungen, etwa aus St. Pauli, kritisch gegenüber.“
Für die Tauschkiste in der Mokrystraße liegt keine Genehmigung vor. Es gibt nach Auskunft der Projektgruppe auch keinen festen Verantwortlichen, „aber viele engagierte helfende Hände.“

Mögliche Lösungen: Die Sondernutzung wird ganz offiziell beantragt, ein Verantwortlicher benannt.
Alternative: Die Tauschkiste wird auf einer privaten Fläche, etwa von der Saga, aufgestellt. Auch dann ist das Einverständnis des Eigentümers erforderlich.

Sachstand: Die Projektgruppe Stadtteilentwicklung ist auf der Suche nach einem neuen Standort für eine Tauschkiste am Kreisel Vering-straße/ Fährstraße. „Bislang hat es keine Kontaktaufnahme seitens der Initiative gegeben“, sagt Behördensprecherin Weiland.
Das gilt auch für die Saga. „Falls Organisatoren mit einem guten und schlüssigen Konzept diesbezüglich eine Anfrage stellen, stehen wir gerne für Gespräche zur Verfügung“, verspricht Saga-Sprecher Gunnar Gläser.

Projektgruppe Stadtteilpflege
Die Projektgruppe Stadtteilpflege Wilhelmsburg hat keine festen Mitglieder. Zu den öffentlichen Sitzungen aller zwei Monate kommen in der Regel zwischen 15 und 25 Personen: Anwohner, aber auch Vertreter von Saga, Bezirksamt Hamburg-Mitte und Umweltbehörde.„Jeder Interessierte kann vorbeikommen und mitmachen – wir freuen uns über neue Gesichter“, sagt Sören Schäfer (Projektgruppe).
Die Projektgruppe hat von der Umweltbehörde einen jährlichen Verfügungsfonds in Höhe von 6.000 Euro erhalten.
Dieses Geld verwaltet die Gruppe selbst. Die Verteilung erfolgt über einen Antrag in der Gruppe und einer Abstimmung darüber.

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