Das Lemon muss auf den Zusatz John solange verzichten

?KP Flügel, Eimsbüttel
Yoko Ono, die Witwe von John Lennon, hat jetzt nicht nur eine einstweilige Verfügung gegen des ehemals im Karoviertel ansässige Yoko Mono, sondern auch gegen das Ecke Margareten-/Vereinsstraße sich befindende John Lemon erwirken können. Nima Garous-Pour, Betreiber der beiden Cafébars: „Daher musste ich das John überkleben. Für mich sind diese Entscheidungen aber nicht endgültig.“ Der Namensstreit liegt jetzt, was das Lemon betrifft, beim Landgericht Hamburg und bezüglich des Yoko Monos wird das Hanseatische Oberlandesgericht demnächst entscheiden. Die genauen Termine, so Garous-Pour, stehen noch nicht fest. Klein beigeben möchte der Cafébar-Betreiber nicht. „Ich sehe das gar nicht ein. Es gibt keine Verwechslungsgefahr zwischen dem Yoko Mono und Frau Yoko Ono.“
Der Rechtsstreit der John-Lennon-Witwe gegen die beiden Hamburger Bars kann einem beim Besuch im Lemon durchaus absurd erscheinen. Weder die Dekoration noch die von DJs offerierte Musik von Hip-Hop-Funk über Elektro bis Punk haben etwas mit Beatles-Nostalgie zu tun.

„Hier noch nie Beatles-Musik gehört“

Dass das junge und eher studentische Publikum nicht von Beatles-Nostalgie ins Lemon gelockt wird, bestätigt auch unsere Ad-hoc-Befragung unter einigen Gästen. Paul, 19, findet es „ziemlich kleinlich“, hier einen Rechtsstreit vom Zaun zu brechen. „Ich wäre niemals darauf gekommen, dass es sich bei dieser Bar um einen Treffpunkt von Beatles-Fans handelt“, sagt er.

Die 28-jährige Tina hat „hier noch nie Beatles-Musik gehört“. Malina, 25, das erste Mal im Lemon, hat ebenfalls kein Verständnis für Yoko Ono: „Das machen doch nur Leute, die kein Rückgrat und Angst um ihre Identität haben.“ Und Lena, 34, bemerkt: „Yoko Ono argumentiert, dass der Name ihres Mannes ausgebeutet wird. Für mich stellt sich die Frage, ob nicht gerade sie eben dieses tut, indem sie alle möglichen Leute verklagt.“

John Lennon


Im Sommer 1960 kam John Lennon (1940 bis 1980) zum ersten Mal nach Hamburg. Mit den Beatles spielte er in verschiedenen Clubs auf St. Pauli. „Ich bin in Hamburg erwachsen geworden, nicht in Liverpool“, sagte er. Ganz in der Nähe des „Lemon“ wohnte bis zu seinem Tod im April 1962 Lennons bester Frund Stu Sutcliffe. Er war bei den Beatles ausgestiegen, bekam ein Stipendium in der Hochschule für bildende Künste am Lerchenfeld und lebte in der Eimsbütteler Straße 45a bei seiner Verlobten, der Fotografin Astrid Kirchherr. John Lennon war häufig dort zu Besuch. EW

Malina (li.) und Tina haben kein Verständnis für Yoko Ono. Foto: kp flügel

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