Noorzai Chelozai

Karin Istel, Fischbek
Ab diesem Monat werden sie in Fischbek unterwegs sein: die Elternlotsen. Vier Frauen und fünf Männer aus Afghanistan, Syrien und Tunesien wurden vom Harburger Roten Kreuz (DRK) drei Monate lang für ihren ehrenamtlichen Einsatz qualifiziert. Zukünftig werden sie vor allem zugezogenen Eltern im Stadtteil mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Anfang Januar werden die Zertifikate übergeben, danach beginnen die Elternlotsen in Neugraben-Fischbek ihren ehrenamtlichen Einsatz“, erklärt DRK-Projektleiterin Tina Reuter. Bei der Schulung haben die Teilnehmer wichtige Anlaufstellen wie Ämter, Beratungsstellen oder kulturelle Einrichtungen und die dortigen Abläufe kennengelernt. Nun können sie wichtige Ansprechpartner und Mittler sein, wenn die oft neu zugezogenen Familien Unterstützung etwa bei Behördengängen, Arztbesuchen oder im Kontakt mit Schulen oder Kitas benötigen.
„Am Anfang, als ich hierher kam, war alles fremd für mich. Es war sehr schwer, sich zurechtzufinden. Jetzt kann ich anderen helfen, damit es für sie leichter ist“, sagt der 27-jährige Noorzai Chelozai aus Afghanistan. Schon als er selbst als Flüchtling in einer DRK-Erstaufnahme in Harburg lebte, hat er sich als Übersetzer engagiert.
Ziel sei es, 20 Elternlotsen in Neugraben-Fischbek zu haben. „Es ist geplant, 2018 eine weitere Gruppe zu schulen“, sagt Katja Philipp, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie beim Harburger DRK. Die Schulung ist für die Teilnehmer kostenlos.
Der Integrationsfond unterstützt das Elternlotsen-Projekt in Neugraben-Fischbek für einen Zeitraum von zwei Jahren. Danach sind die Elternlotsen auf Unterstützung durch Spender und Sponsoren angewiesen.
Wer Kontakt zu den Elternlotsen in Neugraben-Fischbek aufnehmen will, sendet eine E-Mail an elternlotsen-neugraben-fischbek@drk- harburg.hamburg

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