Im Frühjahr hatte sich die Initiative schon einmal gegen den drohenden Ausbau des Holstenkamps zu Wort gemeldet. Foto:cvs

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld
In den Streit um den möglichen Ausbau des Holstenkamps ist wieder Bewegung gekommen: Auf Beschluss der Bezirksversammlung wird sich Anfang Januar noch einmal der Planungsausschuss Altona mit dem Thema befassen. Hintergrund ist der Protest der Anwohnerinitiative „Wohnen am Holstenkamp“: Diese möchte den zu erwartenden Durchgangsverkehr aus ihrer Straße heraushalten. Als Alternative schlägt sie den Hogenfeldweg vor. „Die Straße an sich werden wir nicht verhindern können“, sagt Lars Janning vor der Initiative. „Aber sie sollte zumindest städtebaulich verträglich sein.“ Unter dem Namen „Wohnen am Volkspark“ sollen ab 2020 rund um die August-Kirch-Straße etwa 2.200 neue Wohnungen entstehen.
Die Planung ist eng verzahnt mit dem Autobahndeckel: So wird es unter anderem eine Zufahrt zum neuen Wohngebiet aus Richtung Altona geben, die quer über die A7 führen wird. Die Stadtentwicklungsbehörde hat dafür den Holstenkamp vorgesehen, der bislang als Sackgasse endet.Einerseits wird der Holstenkamp wenig genutzt, andererseits wohnen dort – insbesondere am westlichen Ende – auch Menschen, und zwar nicht nur eine Handvoll, sondern mehrere 100, unter ihnen viele Kinder. Etliche Mitglieder der Initiative leben hier. Zwar hat die Behörde Lärmschutz versprochen, doch dieser sei bei ihren denkmalgeschützten Häusern gar nicht möglich, so Janning. „Eine Lärmschutzwand kann man dort nicht hinstellen.“ Außerdem könne man in den alten Gebäuden nicht einfach mal schnell neue Schallschutzfenster mit Dreifachverglasung einbauen.
Die von der Initiative vorgeschlagene Alternativtrasse „Hogenfeldweg“ verläuft nördllich am Wohngebiet vorbei und streift das Gewerbegebiet Winsbergring. Vorteil Nummer eins: Der Hogenfeldweg hat nur ein Wohnhaus mit etwa zehn Bewohnern, die wahrscheinlich leichter vor Lärm zu schützen wären. Vorteil Nummer zwei: Durch eine andere Trasse enstehen laut Initiative etwa 10.000 Quadratmeter zusätzliches Bauland, da die Straße näher am Gewerbegebiet liegen darf, als das bei Wohnungen der Fall ist. Ein von der Behörde kürzlich in Auftrag gegebenes Gutachten hatte allerdings ergeben, das der Ausbau des Holstenkamps wohl wirtschaftlicher wäre.

Das sagt die CDU
Hilfe für die Initiative ist von den Christdemokraten in der Bezirksversammlung in Sicht: Die CDU-Bezirksfraktion spricht sich klar für die Nordvariante der Erschließung über den Hogenfeldweg aus. Die vornehmlich wirtschaftlich geprägten Pläne der Behörde verhinderten „eine optimale Erschließung für die alten und neu geplanten Wohngebiete am Holstenkamp. Bürgernahe Entscheidungen sehen anders aus“, so Hagen Okun. EW

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here