Mitten hinein: Hier soll die Fahrradstation entstehen. Foto: mag

Andreas Göhring, Harburg
Das könnte Harburgs Radfahrer freuen: Die Bezirksversammlung hat entschieden, zwischen der Walter-Dudek-Brücke und der Brücke Hannoversche Straße eine moderne Fahrradstation mit bewachtem Fahrrad-Parkhaus, Leihrädern, Reparaturservice und Zubehör-Shop einzurichten. Allerdings musste Andreas Rieckhof, Staatsrat der Verkehrsbehörde, vorher noch ordentlich Druck ausüben, damit die Bezirksabgeordneten ihr Votum abgaben. Eigentlich gefiel ihnen dieser Standort nicht besonders, im Frühjahr hatte sich die Bezirksversammlung sogar noch mit großer Mehrheit gegen ihn ausgesprochen.
Ende November machte Rieckhof in einem Schreiben an den Bezirk klar, dass die zugesagten Mittel in Höhe von 400.000 Euro für eine Fahrradstation nur noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Falls sich die Bezirksversammlung nicht entscheidet, bliebe der Bahnhof Harburg zu „meinem großen Bedauern im aktuellen, hamburgweiten Realisierungsprozess für Fahrradstationen an Fernbahnhöfen einstweilen unberücksichtigt“.
Das saß! Ohne weitere Debatte schluckte der Hauptausschuss der Bezirksversammlung die Kröte. Rainer Bliefernicht (CDU) fasste die Gründe für seine Entscheidung so zusammen: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach!“
Aber warum hat das alles so lange gedauert? Baudezernent Jörg Penner, dem man als einflussreiches Mitglied der Harburger Grünen ja durchaus ein gesteigertes Interesse an fahrradfreundlichen Planungen abnimmt, hatte sich seit Jahren immer wieder an der Hartleibigkeit der Bahn AG die Zähne ausgebissen. Er hatte immer wieder neue Ideen für einen Standort der Fahrradstation vorgebracht – zum Beispiel an der ehemaligen Güterhalle oder am Ende der Bahnsteige 3 und 4.
Und immer wieder sagte die Bahn: „Diesen Platz geben wir nicht. Wir brauchen ihn für spätere Nutzungen.“ Welche das konkret sein könnten, war nicht zu erfahren.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here