Sabine Schult wurde für ihren ehrenamtlichen Einsatz im Luruper Kulturleben geehrt. Foto: pr

Gaby Pöpleu, LurupSeit mehr als zehn Jahren setzt sich Sabine Schult für das kulturelle Leben in ihrem Stadtteil Lurup ein. Das würdigte jetzt der Verein „Lichtwark-Forum“ (siehe Infotext) mit dem Luruper Kulturpreis 2017. Sabine Schult ist damit die neunte Preisträgerin der jährlich verliehenen Auszeichnung.
Die umtriebige gelernte Bankkauffrau bekam den Preis auch für ihre Ideen und tatkräftige ehrenamtliche Mithilfe bei der Organisation des monatlichen Kultursonntages im Stadtteilhaus. Dann gibt es im Stadtteilhaus Böverstland 38 regelmäßig Konzerte, Lesungen und Aufführungen.
„Wenn ich mit meinen Vorschlägen komme, sagen viele Leute ‘Sie immer mit ihren komischen Ideen’“, lacht Sabine Schult. „Aber dann stellen sie fest, dass das ganz gut funktioniert.“ Das ging ihr schon zu Beginn ihres ehrenamtlichen Einsatzes an der Schule am Altonaer Volkspark so, als ihre inzwischen erwachsenen Kinder dort lernten. Es fehlten Fotoapparate für eine AG. „Ich organisierte dafür ein Lauffest, das war ganz erfolgreich“, erinnert sie sich.

„Das gibt mir ganz viel Motivation“

Nicht immer sind gleich alle erfreut, über ihre Ideen, das kennt sie schon. Zum Beispiel vom Adventsbacken in der Schule: „Erst waren die Lehrer skeptisch, dann haben sie gemerkt, dass ich ihnen auch Freiräume für vorher von der Schulbehörde gekürzte Klassenteilungen schaffe, damit die Lehrer sich zeitweise um weniger Kinder kümmern müssen.“ Überhaupt, Kinder: „Das gibt mir ganz viel Motivation, wenn die Kinder schon nach den Herbstferien fragen, ob wir wieder im Advent backen“, sagt Schult.
Ihr zweites Lieblingsthema: Senioren. „Die Vereinsamung ist ein großes Problem.“ Viele trauten sich kaum noch aus dem Haus, auch nicht zum monatlichen Kultursonntag. Doch Sabine Schult wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht „eine Idee“ gehabt hätte: Sie organisierte kurzerhand den Kirchenbus und einen Freiwiligen, richtete eine Fahrdienst ein, der nur einen Euro pro Fahrt kostet. Wenn sich kein Fahrer findet, springt schon mal ihr Mann ein. Inzwischen kommen 30 bis 50 Personen zum Kultursonntag, manchmal sogar 80. Auch Sabine Schults neue „Idee“, der Tanztee, ist gut angelaufen. „Die Musikerin habe ich per Zufall kennengelernt“, sagt Schult. „Ich ‘netzwerke’ halt gern.“
So gründete Sabine Schult das Seniorennetzwerk mit und regt immer wieder generationenübergreifende Projekte an: Wenn alte Menschen Kindern die Spiele ihrer Jugend erklären, hat oft Sabine Schult die Finger im Spiel, aber auch, wenn junge Mädchen mit Übergewicht ihre Fitness trainieren oder Kinder mit Konzentrationsproblemen Autogenes Training machen.
Seit 2012 bietet sie auch eine Sprechstunde für alle an, die ehrenamtlich aktiv werden möchten. „Damit bin ich gerade umgezogen, berichtet sie, aber im Januar starte ich wieder durch.“

Lichtwark Forum
Der Verein „Lichtwark-Forum Lurup“ entstand in der Nachfolge des seit 1948 in Lurup arbeitenden Lichtwarkaussussches, der sich vor allem um Schul- und Verkehrsthemen kümmerte.Seit 2008 heißt der Verein „Lichtwark -Forum“. Er ist jetzt Träger des Bürgerforums „Luruper Forum“ (seit 2008), der Stadtteilbühne (seit 2009) und des Stadtteilkulturzentrums im Böverstland 38 (seit 2016),
Der Luruper Kulturpreis wird jährlich nun schon zum neunten Mal an Menschen vergeben, die das kulturelle Leben in Lurup bereichern.

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