Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation folgt den Empfehlungen des Bürger*innen-Gutachtens zur A26 in Wilhelmsburg und macht sie zur Grundlage der weiteren Planungen

Am 11. Dezember hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation vorgestellt, wie es mit den Planungen zur A26 in Wilhelmsburg und den Beteiligungsergebnissen weitergeht: wesentliche Forderungen von Bürgerinnen und Bürgern fließen in die anstehenden Planungsschritte ein.

Im Perspektiven! – Beteiligungsverfahren haben Bürgerinnen und Bürger über die Ausgestaltung der vom Deutschen Bundestag beschlossenen südlichen Streckenführung der A26 in Wilhelmsburg beraten. Sie konnten dabei auf die Planungswerkzeuge und -möglichkeiten der DEGES zugreifen und ihre Ideen „einfach mal durchrechnen“ lassen. Dadurch wurden die Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzt, mit BWVI und Deges auf Augenhöhe zu diskutieren. Die beteiligten Bürgerinnen und Bürger hatten vor allem die Lebensqualität im Fokus. Darum sind im Bürger*innengutachten auch viele Forderungen zum Radverkehr, Naturflächen, Lärmschutz an der A1 und zu den durch den Stadtteil fließenden „nachgeordneten Verkehren“ formuliert. Mit der Zusage der BWVI an Perspektiven!, auch diese Themen im Beteiligungsverfahren zur A26 in Wilhelmsburg auf die Tagesordnung zu nehmen, wurden für die Bürgerinnen und Bürger die gewünschten Gestaltungsräume eröffnet.

Hier zeigen die Forderungen des Bürger*innen-Gutachtens bereits konkrete Wirkung:

– Verlängerung des Tunnels vom Finkenriek bis Stillhorn: Wenn die A26 durch Wilhelmsburg geplant wird, dann in einem maximal langen Tunnel – mindestens vom Finkenriek bis nach Stillhorn. Das wollen die Bürger*innen – und nun will es auch die Stadt Hamburg. Dass die Stadt Hamburg mit diesen Planungen Verhandlungen mit dem Bund gehen will, ist ein großer Erfolg. Im Tunnel sehen viele Menschen die einzige Möglichkeit, die Belastungen durch Lärm, Abgase und Zerschneidung des Stadtteils für die Bewohner*innen des Wilhelmsburger Südens so gering wie möglich zu halten.
– Chancen für Städtebau und Grün im Wilhelmsburger Süden sichern und vorantreiben: Für die Stadt Hamburg ist klar: Die Mehrkosten des verlängerten Tunnels müssen zumindest teilweise durch Wohnungsbau auf den umliegenden Flächen aufgefangen werden. Dieser Vorschlag wird auch im Bürger*innengutachten gemacht. Für Kirchdorf Süd wird darin eine echte Chance gesehen, aus der städtebaulichen Isolation auszubrechen.
– Lärmschutz für die A1: Seit Jahrzehnten leiden die Bewohner*innen Kirchdorf-Süds und Umgebung unter dem Lärm der A1. Spätestens jetzt, wo eine neue Autobahn von Westen herausrauscht, so die Argumentation im Gutachten, braucht die alte Autobahn im Osten endlich einen wirkungsvollen Lärmschutz – unabhängig von deren zukünftigem Ausbau auf acht Spuren. Und genau das soll nun auch tatsächlich umgesetzt werden. Und zwar früher und umfangreicher, als es gesetzlich passieren vorgeschrieben ist, wenn der A1-Ausbau erfolgt.
– Rückbau der Otto-Brenner-Straße: Nun soll auch diese seit langem im Stadtteil zu hörende Forderung als Reaktion auf das Bürger*innengutachten umgesetzt werden. Statt einer zweiten Fahrspur fürs Auto, soll es eine voll ausgebaute Radspur pro Richtung geben.
– Radverkehr: Der geforderte Ausbau des Radverkehrsnetztes wird vor der A26 umgesetzt. Der Ausbau der Routen erfolgt bis 2020, das Bike + Ride Konzept wird ausgebaut. Dass die Stärkung des Radverkehrs zuerst kommt, ist im Sinne des Bürger*innengutachtens.
– Nachgeordneter Verkehr: Hier gibt es zwar noch keine konkrete Ausgestaltung der Pläne, aber die von BWVI und DEGES gezeigten Überlegungen machen deutlich, dass die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger, den Verkehr aus den Wohngebieten der Elbinseln herauszuhalten, nachdrücklich verfolgt werden.

Hier geht das Beteiligungsverfahren jetzt weiter:

Noch offen ist die Entscheidung, welche Anschlussstelle geplant wird. Der „Komplexknoten“ Stillhorn ist vom Tisch, ebenso die ursprüngliche Planung an der Otto-Brenner-Straße. Im Rennen sind noch die von Bürgerinnen und Bürgern vorgeschlagene Variante eines Halbanschlusses am Pollhornbogen und die von der DEGES erstmals vorgestellte verkleinerte Anschlussstelle an der Otto-Brenner-Straße. Um die Varianten vertieft zu beraten, wird es im Januar mit Perspektiven! einen weiteren Workshop geben.

Diese Themen sind weiterhin auf der Agenda:

– Stärkung des ÖPNV: Die BWVI hat zugesagt, verlängerte Züge ab Dezember 2018 auf der Linie der S3 einzusetzen und bei weiter steigenden Bedarfen die S32 einzuführen. Damit wurden zumindest Termine für eine Verbesserung der Lage genannt. Dass der ÖPNV für die Elbinseln ein großes Thema ist, wird in allen Beteiligungsverfahren von Perspektiven! immer wieder sehr deutlich. Die damit verbundenen Fragen betreffen viele Gebiete der Elbinseln und müssen zusammen betrachtet werden. Die Perspektiven!-Inselkonferenz am 22. Juni wird 2018 wird dieses Thema darum in jedem Fall aufgreifen.
– Masterplan zum Umgang mit Naturflächen auf den Elbinseln: Der Bau der Autobahn und ihr Verkehr hat negative Auswirkungen auf die Naturräume in Wilhelmsburg. Zudem wird derzeit auf den gesamten Elbinseln in viele Grünräume durch Baumaßnahmen eingegriffen. Im Gutachten wird darum die Erstellung eines Masterplans gefordert. Der Masterplan soll Strategien zeigen, wie es mit den Naturflächen der Elbinseln in Zukunft weiter gehen kann.

„Die bisherigen Ergebnisse des Perspektiven! – Beteiligungsverfahren zeigen, dass Bürgerinnen und Bürger, Behörde und Fachplaner gemeinsam umsetzbare Lösungen entwickeln können. Die BWVI hat Wort gehalten und die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern ihre Planungen daran ausgerichtet,“ schätzt Sören Schäfer, Perspektiven!-Projektleiter des A26 Ost Verfahrens die Wirkung des bisherigen Beteiligungsverfahrens ein. „Dafür sind wir angetreten. Jetzt heißt es am Ball bleiben, die nächsten Beteiligungsschritte stehen bereits an.“

Zum Verfahren:

Die Hafenpassage A 26 verbindet die internationalen Verkehrsachsen A1 und A7 miteinander. Ein Teil davon führt im Süden Wilhelmsburgs über die Elbinseln. Die Stadt Hamburg hat die DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) mit der Gesamtplanung dieses Verkehrsprojekts beauftragt. Für den Abschnitt 6C (zwischen der Anschlussstelle Hohe
Schaar und der A1) führt das Projekt „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln“ der Stiftung Bürgerhaus Wilhelmsburg ein Beteiligungsverfahren durch, um die Bevölkerung in die Planungen einzubeziehen.

Mit Stadtteilgesprächen, Aktionen vor Ort, Onlinebeteiligung und Workshops hat Perspektiven seit der Kick Off Veranstaltung im Februar Informationen gesammelt und mit Bürger*innen Ideen entwickelt. Daraus ist ein Bürger*innengutachten entstanden, das am 4. Oktober dem Staatsrat Andreas Rieckhof der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation von einer Delegation Bürger*innen, die an dem Gutachten mitgearbeitet haben, übergeben und vorgestellt wurde.

Infos zum Beteiligungsverfahren: http://buewi.de/aktivitaeten/perspektiven/verfahren-a26-wilhelmsburg
Infos zum Projekt „Perspektiven!“:http://buewi.de/aktivitaeten/perspektiven/perspektivenmiteinander-planen-fuer-die-elbinsel
Infos zur A26 Hafenpassage: http://www.hamburg.de/a26

Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln: Sören Schäfer – Bürgerhaus Wilhelmsburg – Tel: 040/75 20 17 – 18 soerenschaefer@buewi.de
www.perspektiven-elbinseln.de /http://www.facebook.com/perspektivenelbinseln

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