Bagger sind auf der Baustelle Warnstedtstraße 55-57 seit Wochen im Einsatz. Im Sekundentakt hämmern sie ihre Greifer auf den Beton und machen dabei reichlich Lärm – Anwohner sind genervt.
Anzeige


Frauke Heiderhoff, Stellingen – Mehrere Meter hoch türmen sich die Schutthaufen. Vier Bagger fahren hin und her. Unermüdlich reißen sie Metallteile und Beton aus dem Boden, zermalmen die Reste. Abriss eines ehemaligen Bürogebäudes an der Warnstedtstraße in Stellingen: Es scheppert und kracht.
„In meinem Wohnzimmer – wie auch bei meinen Nachbarn – klirren die Gläser“, beschwert sich Anwohner Horst Nordmann. Auf seinem Balkon sowie auf dem eines Nachbarn sei es nicht mehr auszuhalten. Auch Dr. Thomas Marx beschwert sich: Die Familie kann ihre Wäsche nicht mehr draußen aufhängen, weil alles einstaube. Lärm und Verschmutzung seien unerträglich. „Es ist einfach unglaublich, dass so etwas den Bürgern zugemutet wird“, empört sich Nordmann.
Auf dem Gelände an der Warnstedtstraße 55-57 sollen bald 171 neue Mietwohnungen entstehen. Drei- bis fünfgeschossige Gebäude werden dafür gebaut. Doch zuvor muss ein ehemaliges Bürogebäude dem Erdboden gleich gemacht werden. Das ist laut.
Es lohnt sich nach den Worten Nordmanns aber kaum noch zu handeln. Schwacher Trost: Die Abrissarbeiten seien wohl bald erledigt.
Martin Wulff, zuständiger Angestellter der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, reagierte auf Beschwerden: Er bat Nordmann schriftlich, seine Hausnummer mitzuteilen. Wulff plane, eine „orientierende Messung“ vornehmen zu lassen. Das gesamte Bauvorhaben werde dann unter die Lupe genommen – und die verantwortliche Bauleitung werde über „das Thema aufgeklärt und sensibilisiert“.
Das Bauvorhaben an der Warnstedtstraße befindet sich in einem Misch- beziehungsweise Kerngebiet. Das bedeutet: Hier gelten für den Einsatz von Maschinen und Geräten andere Regeln als in reinen Wohngebieten. Wulff: „Das heißt aber nicht, dass jegliche Art von Baulärm zu tolerieren ist. Natürlich gelten auch für diese Gebiete sowohl für die Tageszeit als auch für die Nachtzeit Richtwerte, die einzuhalten sind.“

Das ist geplant
Viel Platz für neue Pläne: Auf der Baufläche an der Warnstedtstraße 55-57 wird der abgerissene Bürokomplex durch sechs neue Gebäude ersetzt. 171 neue Wohnungen sollen entstehen, im Gepräch ist auch ein viergeschossiges Boarding-Haus, eine Art Apartment-Hotel. Der Bau soll bis Frühherbst nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Anwohner Dr. Thomas Marx: „Wir können unsere Wäsche nicht mehr draußen aufhängen, weil alles einstaubt. Lärm und Verschmutzung sind unerträglich.“

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here