Geerd Fischer: „Warum jetzt so viel Geld ausgeben

Von Marion Göhring.
Der Harburger Binnenhafen erstickt im Verkehr! Täglich suchen sich mehr als 20.000 Autofahrer einen Weg durch das Straßengeflecht aus Harburger Schloßstraße, Schellerdamm, Veritaskai, Kanalplatz und Karnapp, darunter ein auffallend hoher Anteil am Steuer eines Lkw. Solange es keine Hafenquerspange als leistungsfähige Verbindung zwischen den Autobahnen A1 und A7 gibt, wird sich daran auch nichts ändern.
Oder doch? Das Bezirksamt hatte zu einer öffentlichen Diskussion über den Bebauungsplan Harburg 63 geladen. Der Plan soll zumindest in den Bereichen Veritaskai, Schellerdamm, Kanalplatz und Harburger Schloßstraße für weniger Verkehr sorgen. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung des Binnenhafens zu einem modernen Stadtquartier mit mehreren hundert Wohnungen und einer erlebbaren Uferzone am Lotsekanal“, sagt Harburgs Baudezernent Jörg Penner. Er will den gesamten Durchgangsverkehr auf den Straßenzug Karnapp und Seevestraße konzentrieren. Penner: „Mir ist klar, dass das ein Kompromiss ist.“
Für die Anwohner des Karnapps, eine der ältesten Straßen Harburg, ist das ein fauler Kompromiss. Nach den Berechnungen der Verkehrsplaner würde sich die Belastung des Karnapps schlicht verdoppeln. Statt 7.500 Autos sollen es rund 15.000 werden. Dabei ist die Situation jetzt extrem kritisch. Carl-Henning von Ladiges, Leiter der Stadt- und Landschaftsplanung in Harburg: „Um es ganz klar zu sagen: Auf Grund der aktuellen Lärmwerte ist das Wohnen am Karnapp jetzt schon kritisch.“
Heinrich Wilke, Leiter der Immobilienabteilung der Süderelbe AG, sprach sich für die Konzentration des Straßenverkehrs aus: „Das macht den Wohnungsbau am Schellerdamm attraktiver.“ Und eine Mutter wünschte sich eine Verringerung des Verkehrs vor der Kindertagesstätte am Schellerdamm.
Viel Beifall im voll besetzten großen Saal des Rathauses bekam Geerd Fischer: „Dieser Plan ist noch lange nicht finanziert, außerdem wäre es eine Verschwendung von Steuergeld. In einigen Jahren wird ohnehin die Hafenquerspange gebaut.“

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