Tennis: Wilhelmsburger Tennistalent erfolgreich in Lüneburg

Janna Hildebrand (li.), Ester Katerina Pataki (re.)

Ester Katerina Pataki (12, SV Wilhelmsburg von 1888 e.V.) überzeugt bei den Kreideberg Open in Lüneburg, einem Damenturnier der Kategorie A-7. Nach starker Leistung unterlag sie im Finale gegen die topgesetzte Janna Hildebrand vom THC von Horn und Hamm e.V. mit 5:7, 2:6.

Nachdem Katerina, als z. Z. jüngste Spielerin, den Sprung in die deutsche Damenrangliste geschafft hat und dort nun an Position 402 geführt wird, wollte sie in Lüneburg natürlich beweisen, dass sie zurecht dort hingehört. Gelegenheit dazu hatte sie gleich in der ersten Runde des Turniers, da das Los ihr die zweitgesetzte Jonna Schröder (Club zur Vahr, DTB 181) als Gegenerin bescherte. In dem insgesamt ausgeglichen Match führte Schröder im ersten Satz schon mit 5:3 und hatte bei 5:4 einen Satzball, den Katerina aber abwehren konnte. Schließlich gewann Katerina den eigentlich schon verloren Satz doch noch mit 7:5, auch weil die Gegnerin in den entscheidenen Augenblicken ihre Nerven nicht in den Griff bekam, während Katerina gerade dann ihr bestes Tennis zeigte. Im zweiten Satz begann Katerina sehr stark und führte schon mit 3:0. Im vierten Spiel konnte sie dann etliche Breakchancen nicht nutzen, verlor dieses Spiel und dann auch den Satz mit 4:6. Wie schon das gesamte Match über sollte auch der Match-Tiebreak für reichlich Dramatik sorgen. Jonna lag schon 3:0 und 9:6 in Führung als ihr wieder die Nerven einen Streich spielten. Katerina gewann die folgenden 5 Punkte und damit den Match-Tiebreak mit 11:9 und zog nach 1h51 in das Viertelfinale ein.
Dort hieß die Gegnerin Jennifer Wilhelm (Braunschweiger THC, DTB 452) und wieder wurden starke Nerven gebraucht. Katerina spielte von Beginn an sehr konzentriert und holte sich den ersten Satz nach 30 Minuten mit 6:1. Im zweiten Satz steigerte sich Wilhelm ganz erheblich, machte vor allem mit ihrer Vorhand mächtig Druck und returnierte zudem sehr stark. Die Folge war, nach 45 Minuten Spieldauer, der verdiente Gewinn des zweiten Satzes mit 6:3. Der folgende Match-Tiebreak wurde für Katerina dann aber eine deutliche Angelegenheit. Nach 1h22 verwandelte sie ihren ersten Matchball und gewann den Match-Tiebreak mit 10:2.
Auch im Halbfinale gegen Milena Grodzki (TV Frohnau, DTB 206), die an drei gesetzte Spielerin, ging es spannend her. In einem sehr guten und ausgeglichen Spiel gewann Katerina den ersten Satz mit 6:4. Mit dem gleichen Ergebnis holte sich Grodzki dann Satz Nummer 2. Also musste Katerina zum dritten Mal in Folge in den Match-Tiebreak. Und erneut bewies Katerina über welch enorme mentale Stärke sie in engen Spielsituationen verfügt. Keine der beiden Spielerinnen konnte sich entscheidend absetzen und so wurden beim Spielstand von 9:9, nachdem Grotzki bei 8:9 einen Matchball abwehren konnte, die Seiten gewechselt. Zum letzten Mal, denn die beiden nächsten Punkte gewann Katerina und zog nach 1h43 in ihr erstes Damenfinale ein. Einziger Kritikpunkt war Katerinas zu schwacher Return auf den zweiten Aufschlag der Gegnerin.
Im Finale gegen die topgesetzte Janna Hildebrand (DTB 49) war Katerina die klare Aussenseiterin. Aber zur Überraschung aller erwies sich die gerade noch Zwölfjährige gegen die 27-jährige Gegnerin als gleichwertig. Vorteile hatte Hildebrand mit ihrem sehr schnellen Aufschlag und der Spielübersicht. Katerina allerdings returnierte diesmal sehr viel besser als im Spiel zuvor und es entwickelte sich ein ausgeglichener erster Satz. Besonders bei den längeren Grundlinienduellen, die beide mit extrem hohen Tempo spielten, zeigte sich Katerina mehr als gleichwertig und konnte sich dabei viele Punkte erspielen. Beim Spielstand von 5:6 gelang Hildebrand dann nach 38 Minuten das entscheidende Break zum 7:5-Satzgewinn. Zu Anfang des zweiten Satzes konnte Katerina noch gegenhalten, aber dann machten sich die Anstrengungen der drei schweren Matches zuvor immer mehr bemerkbar. Immer öfter fehlten ein paar Zentimeter und die Beine wurden sichtbar schwerer. Beim Stand von 2:5 hatte Katerina noch einmal die Chance um auf 3:5 zu verkürzen, aber Hildebrand hatte die Sache jetzt voll im Griff und ließ nichts mehr anbrennen. Nach 1h11 verwandelte sie ihren ersten Matchball zum 6:2 Satz- und damit auch Matchgewinn. Alles in allem ein verdienter Sieg, aber wenn Katerina in den Runden zuvor nicht so viel Substanz gelassen hätte, wäre auch ein Überraschungserfolg möglich gewesen.
Am folgenden Wochenende (3.-5.11.2017, Hamburger Verbandshalle) spielt Katerina zum ersten Mal bei den Norddeutschen Meisterschaften der Damen mit. Man darf gespannt sein.
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