Tennis: Norddeutsche Jugendmeisterschaften

Ester Katerina Pataki (11)

Bei den Norddeutschen Jugendmeisterschaften Winter 2016 vom 12.2 bis 14.2.2016 in Isernhagen wurde Ester Katerina Pataki (11) vom SV Wilhelmsburg von 1888 e.V. Vizemeisterin in der Altersklasse U12. Im Finale unterlag Katerina der ungesetzten Mitfavoritin Joëlle Steur (TC Herford, WTV) knapp mit 3:6, 6:7.

Bei den Turnier nahmen die jeweils Besten der Jahrgänge 2004/2005 der 6 Tennis-Nordverbände (Schleswig-Holstein/TVSH, Nordwest/NWE, Hamburg/HAM, Niedersachsen/NTV, Berlin-Brandenburg/TVBB, Westpfahlen/WTV) teil.
Die Mitfavoritin Katerina, 3. der Setzliste, musste in ihrer Auftaktpartie am Freitag zunächst gegen Svetlana Samardzic (Blau-Gold Steglitz, TVBB) antreten. In einem guten Spiel konnte sich Katerina hier mit 6:3 6:2 durchsetzen, deutlicher als erwartet, denn die letzte Begegnung der beiden hatte Katerina nur knapp in drei Sätzen gewonnen.
Im Viertelfinale am Samstag gegen die Berlinerin Luca Bohlen (1899 Blau-Weiss Berlin, TVBB) wurde die Aufgabe dann sichtlich schwerer. Obwohl das Ergebnis mit 6:2 6:2 deutlich aussieht, war der Spielverlauf wesentlich knapper. Die meisten Spiele waren sehr umkämpft und gingen mehrfach über Einstand. Nach guten Start von Katerina und einer schnellen 2:0-Führung kam Luca besser ins Spiel, konnte immer wieder mit ihrem starken Rückhand-Crossball punkten und kam so zum verdienten 2:2-Ausgleich. Obwohl Katerina in dieser Phase des Spiels einfach zu viele Fehler unterliefen, weil sie mit zu hohem Risiko spielte, konnte sie den ersten Satz dennoch für sich entscheiden. Letztendlich übten ihre harten Grundschläge so viel Druck auf ihre Gegnerin aus, dass sie in den entscheidenen Phasen immer wieder punkten konnte. Zudem profitierte sie auch vom zu schwachen zweiten Aufschlag von Luca.
Im zweiten Satz stieg das bis dahin schon gute Niveau noch einmal an, da Katerina das Tempo ihrer Schläge ein wenig reduziert hatte und ihr jetzt viel weniger Fehler unterliefen. Dadurch entstanden viele lange und interessante Ballwechsel, auch weil Luca sich noch einmal steigern konnte. Bis zum Stande von 2:2 gab es deshalb einen ausgeglichenen Spielverlauf. Dann gelang Katerina aber das vorentscheidende Break zur 3:2-Führung, die sie in einem umkämpften eigenen Aufschlagspiel mit vielen sehenswerten Ballwechseln zum 4:2 ausbaute. Mit einem spektakulären Ballwechsel, der alles beinhaltete was Tennis so faszinierend macht, konnte Katerina nach 70 Minuten Spieldauer ihren ersten Matchball zum Einzug ins Halbfinale verwandeln.
Dort wartete am Sonntag mit Louisa Völz (TC Blau-Weiß Werne, WTV) eine schwere Aufgabe auf Katerina. Über die Qualitäten von Louisa konnte sie sich schon tags zuvor im Halbfinale der Doppelkonkurrenz überzeugen. Dort traf Katerina zusammen mit Partnerin Luca Bohlen auf die Paarung Völz/Steur, der sie knapp in drei Sätzen mit 3:6 6:1 4:10 unterlagen. Zudem brachte Louisa als weitere Empfehlung den Sieg im Viertelfinale gegen die topgesetzte Schleswig-Holsteinerin Anna-Marie Weißheim mit. So stand von den Voraussetzungen her einem guten Spiel nichts im Wege und genau dazu kam es dann auch. Vom ersten Ballwechsel an zeigten beide Mädchen ihr großes Können und lieferten sich bis zum letzten Ballwechsel ein hochklassiges und spannendes Match. Da Louisa, wie auch Katerina, ein eher druckvolles Tennis mit viel Risiko spielen war zu vermuten, dass es zu überwiegend kurzen Ballwechsel kommen würde. Dies war aber nicht der Fall, da beiden nur wenige Fehler unterliefen und beide auch in der Defensive stark agierten. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Match mit vielen, zum Teil spektakulären Gewinnschlägen, in dem fast alle Spiele mehrfach über Einstand gingen. Nach 74 Minuten bester Unterhaltung konnte Katerina dann ihren ersten Matchball zum 6:2 6:4-Sieg verwandeln und den Einzug ins Finale feiern.
Wer nun geglaubt hatte, das Niveau des Halbfinales wäre nicht zu toppen, wurde rasch eines anderen belehrt. Die Gegnerin von Katerina im Finale war keine Unbekannte, hatte sie doch einige Wochen zuvor als Ungesetzte das Ranglistenturnier in Lippstadt gewonnen und dabei die Besten des Jahrgangs 2004, darunter auch Katerina, zum Teil deutlich geschlagen. Leichte Favoritin im Finale war deshalb Joëlle Steur. Über Joëlle muß man wissen, das sie über eine herausragende Fitness verfügt und zudem ungemein schnell auf den Beinen ist. Dies, zusammen mit ihrer hervorragenden Schlagtechnik, erlaubt es ihr in der Defensive extrem stark zu agieren und auch unter Druck noch technisch sauber und druckvoll zu spielen. Dennoch ist sie ein agressiver Spieltyp, der über erhebliches Angriffspotential verfügt. Damit war die Strategie für Katerina klar - volles Risiko und dabei möglichst keine Fehler machen.
Der Start in den ersten Satz verlief allerdings nicht optimal, da Katerina ihr Aufschlagspiel gleich zu Null verlor, auch im folgenden Spiel keinen Punkt machen konnte und schnell mit 0:2 in Rückstand geriet. Wie erwartet machte Steur keine Fehler, während Katerina beim Versuch Druck auf die Gegnerin aufzubauen zu oft das gegnerische Feld verfehlte. Dann aber fing sich Katerina, fand in ihr Spiel und zu viel mehr Sicherheit, was sich bis zum Spielende auch nicht mehr änderte sollte. So entwickelte sich im folgenden ein Finale auf allerhöchsten Niveau mit Ballwechsel von unglaublicher Geschwindikeit und Präzision. Zudem verfügten beide Mädchen über einen sehr guten Aufschlag. Katerina konnte zwar zum 2:2 ausgleichen, verlor dann aber wieder ihren Aufschlag zu Null, weil Joëlle auch über einen starken Return verfügte. Diesem Break rannte Katerina dann bis zum Satzende hinterher und mußte den Satz dann nach 30 Minuten mit 3:6 abgeben.
Der zweite Satz verlief ausgeglichen und war vom spielerischen Niveau sogar noch etwas höher als der erste. Obwohl Katerina wirklich alles versuchte und die Bälle mit größtmöglicher Härte in die Ecken spielte kam von Joëlle fast alles ins Feld zurück. Direkte Punkte waren fast nur möglich wenn Katerina die Bälle mit 110 Prozent spielte. Auch taktische Varianten, wie Netzangriffe und hohe Bälle brachten die Gegnerin nur kurzzeitig in Verlegenheit. Aber auch Katerina war in der Lage die Bälle in der Defensive im Spiel zu halten, wenn Joëlle ihrerseits druckvolles Angriffstennis spielte. Beide Mädchen mußten sich deshalb ihre Punkte schwer erarbeiten, weil Fehler eher die Ausnahme waren. Jede Spielerin mußte ein Break zulasssen, so daß schließlich der Tiebreak entscheiden mußte, den Joëlle etwas glücklich nach 1h20m mit 7:3 gewann und damit Norddeutsche Meisterin wurde. Ein Sieg der nicht unverdient war, weil sie dann doch die etwas konstantere Spielerin war, der es zudem gelang, das druckvollere Spiel von Katerina durch exzellentes Defensivspiel zu entschärfen.
In dieser Woche spielt Katerina bei den Hamburger Jugendmeisterschaften Winter 2016, hier aber in der höheren Altersklasse U14. Als Dritte der Setzliste wird sie bei der Titelvergabe sicherlich ein gewichtiges Wort mitreden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.