Tennis: Hamburger Jugendmeisterschaften Winter 2016

Die Finalisten und Organisatoren
 
Ester Katerina Pataki, Hamburger Meisterin U14

Bei den Hamburger Jugendmeisterschaften Winter 2016 konnte sich Ester Katerina Pataki vom SV Wilhelmsburg von 1888 e.V. zum fünften Mal in die Siegerliste der Einzelkonkurrenz eintragen. Obwohl noch für die Altersklasse U12 startberechtigt, suchte Katerina die größere Herausforderung und trat diesmal in der höheren Altersklasse U14 an.

Gleich in ihrer Auftaktpartie am Mittwoch gegen Laura Tyszkiewicz vom Harburger SC wartete, wie sich im weiteren Turnierverlauf herausstellen sollte, der schwerste Brocken auf dem Weg zum Turniersieg. Kein Wunder, denn Laura steht in ihrem Heimatland Polen immerhin an Ranglistenposition 24 in der Alterklasse U14. Schon das erste Spiel (Aufschlag Tyszkiewicz) zeigte, dass hier zwei Mädchen auf Augenhöhe aufeinander trafen. Nach 7 Minuten und einem abgewehrten Breakball ging Laura mit 1:0 in Führung. Bis zum Spielstand von 2:2 konnte sich keines der beiden Mädchen entscheidende Vorteile erspielen. Dann verlor Katerina ihr Aufschlagsspiel und geriet mit 2:4 in Rückstand. Ursache hierfür war nicht nur, dass sie ein paar unnötige Fehler produzierte, sondern eher das sehr druckvolle Spiel von Laura. Die schlug nicht nur sehr gut auf, sondern verfügte auch über einen guten Return, eine sehr agressive Vorhand und war auch in der Defensive sehr stark. Einzige Schwäche war ihre Rückhand, die sie bei weitem nicht so dynamisch spielen konnte wie die Vorhand. Aber auch Katerina hatte einen guten Tag erwischt, ließ sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, konnte zum 4:4 ausgleichen und den ersten Satz nach geanu 40 Minuten schließlich mit 6:4 für sich entscheiden.
Wie schon im ersten Satz begann auch der zweite mit einem langen Aufschlagsspiel von Tyszkiewicz. Aber diesmal konnte Katerina, mit ihrem vierten Breakball, nach 9 Minuten mit 1:0 in Führung gehen. Dieses Break transportierte sie dann bis zum Ende des Satzes, den sie nach 43 Minuten mit 6:3 gewann. Über nahezu die gesamte Spieldauer zeigten beide Mädchen ein sehenswertes Match, dass auf technisch sehr hohen Niveau ausgetragen wurde und zudem bis zum Matchball spannend blieb. Hervorzuheben ist auch, dass die überwiegende Zahl der Punkte nicht durch Fehler zustande kam, sondern beide Spielerinnen sie sich erspielen mussten. Katerina überzeugte im gesamten Spielverlauf mit sehr gutem Aufschlag und wie gewohnt harten Grundschlägen auf Vor- und Rückhand. Wie auch schon bei den Turnieren der letzten Wochen zuvor, profitiert sie immer mehr von den deutlichen Verbesserungen im Defensivbereich. Ihr Spiel, auch bei hohem Tempo, ist jetzt wesentlich stabiler und zudem kann sie ihre Bälle auch viel besser plazieren. Ein weiterer Pluspunkt bei Katerina ist inzwischen, dass sie Gewinnschläge sehr viel häufiger als Longline schlägt und damit gerade gegen gute Defensivspielerinnen viel schneller zum Punktgewinn kommt.
Im Viertelfinale gab es einen deutlichen 6:0, 6:0 Erfolg gegen Phillippa Preugschat (Rahlstedter HTC). Nach nur 45 Minuten Spielzeit verwandelte Katerina ihren zweiten Matchball und zog damit in das Halbfinale ein. Trotz des klaren Ergebnisses waren viele der Spiele umkämpft und gingen öfters über Einstand. Aber die entscheidenden Punkte machte immer Katerina, vor allem wenn sie das Spiel schnell machte. Phillippa konnte die Bälle zwar oft im Spiel halten, aber sie verfügte einfach nicht über genügend Schlaghärte, um gegen Spielerinnen - wie vom Kaliber einer Katerina - zu Punkten zu kommen.
Leider konnte das Halbfinale dann nicht ausgetragen werden, da die Gegnerin Michelle Korpys vom Tennis Park Jenfeld (wie Katerina Jahrgang 2004) wegen Krankheit nicht antreten konnte. Schade, denn es wäre bestimmt ein interessantes Match der beiden Youngster geworden, hatte Michelle in der Runde zuvor doch die Zweite der Setzliste aus dem Turnier geworfen.
Am Finaltag am Sonntag traf Katerina auf Johanna Lippert vom Großflottbeker THGC. Ein wenig ähnelte das Match dem des Viertelfinals vom Freitag. Zwar gewann Katerina Satz Nr. 1 nach 28 Minuten mit 6:0, aber viele Punkte waren heiß umkämpft, vor allem in der Anfangsphase. Allein des erste Aufschlagspiel von Lippert dauerte fast 11 Minuten. Aber der Druck den Katerina mit ihren schnellen Grundschlägen auf Johanna ausübte war oftmals einfach zu groß, so dass es immer nur eine Frage der Zeit war, bis Katerina in einer guten Position für den entscheidenden Gewinnschlag war.
Der zweite Satz verlief dann viel ausgeglichener, weil Katerina zu Beginn ein bißchen unkonzentrierter spielte und Johanna ihr Spiel deutlich steigern konnte. Lippert spielte jetzt agressiver, platzierte ihre Bälle viel besser und ging verdient mit 2:0 in Führung. Das dritte Spiel des Satzes, bei Aufschlag Johanna, war dann heiß umkämpft und ging mehrfach über Einstand. Zunächst hatte Katerina fünf Breakbälle in Folge, die sie nicht verwerten konnte. Dann hatte Johanna zwei Spielbälle zum 3:0, mußte dann aber doch das 1:2 zulassen. Für Katerina wirkte der Gewinn dieses Spiels scheinbar wie ein Weckruf. Sie agierte jetzt wieder viel konzentrierter und konnte dadurch die Fehlerquote deutlich senken. Dies bewirkte, dass ihre Gewinnschläge immer öfter zu direkten Punkten führten und ihr so die 4:2-Führung einbrachten. In ihrem folgenden Aufschlagsspiel stemmte sich Lippert noch einmal mit aller Macht gegen die drohende Niederlage, wehrte einen Breakball ab, erspielte sich sehenswerte Punkte und verkürzte noch einmal auf 3:4. Aber Katerina ließ jetzt nicht mehr locker und verwandelte nach 72 Minuten ihren ersten Matchball zum 6:3-Satz- und damit auch Matchgewinn.
Es war ein gutes Finale mit vielen schönen Ballwechseln, das Katerina letztendlich hochverdient gewonnen hat, weil sie insgesamt einfach die bessere Spielerin war. Neben dem großen Siegerpokal, konnte Katerina auch viele Ranklistenpunkte mitnehmen, die sie von ihrem derzeitigen zehnten Platz deutlich in Richtung Top Fünf bringen werden.

In der Altersklasse U12 schied Maximilan Hischer, ebenfalls vom SV Wilhelmsburg, leider schon in der ersten Runde aus. Gegen Finn Kirschner vom Uhlenhorster Hockey-Club unterlag Max mit 1:6 und 1:6. Dabei zeigte er eine ordentliche Leistung, erspielte sich einige schöne Punkte und hätte mit ein bißchen mehr Übersicht auch noch das eine oder andere Spiel mehr gewinnen können.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.