Zwei Storchenpaare brüten in Neuland

Auf dem Reetdachhaus am Großmoorbogen brütet derzeit ein Storch, der zweite ist auf Futtersuche in der Umgebung. Pro Tag frisst ein ausgewachsener Storch ungefähr 16 Mäuse oder 700 Regenwürmer. Hat er noch zwei Junge zu ernähren, ist er lange unterwegs.

Hamburg: Zahl der Brutpaare hat sich gegenüber 2012 fast verdoppelt

Der Klapperstorch ist da! 27 Storchenpaare brüten derzeit in Hamburg, zwei davon im Bezirk Harburg: Ein Nest steht auf einem Reetdachhaus am Großmoordamm, ein weiterer Horst befindet sich auf einer Feuchtwiese in Neuland. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Brutpaare damit fast verdoppelt.
Von den 23 Storchenpaaren, die 2012 aus dem Winterquartier nach Hamburg zurückgekehr waren, hatten nur 15 Paare gebrütet und 37 Junge großgezogen, 2011 waren es noch 19 Paare mit insgesamt 46 Jungen.
Leider hat die aktuell hohe Zahl an Storchenpaaren eine böse Ursache: Die Lebensräume in den Nachbarbundesländern haben sich nach Ansicht des Umweltverbands NABU deutlich verschlechtert. „Allein in Mecklenburg-Vorpommern hat der Brutbestand wegen des Maisanbaus um 30 Prozent abgenommen“, so NABU-Storchenbetreuer Jürgen Pelch. Die Tiere seien daher gezwungen, auf andere, noch halbwegs intakte Gebiete auszuweisen.
Neuland mit seinen üppigen Feuchtwiesen gehört offenbar zu diesen halbwegs intakten Gebieten. Vor 20 Jahren kaufte der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hier eine 1,6 Hektar große Fläche direkt neben der Autobahn. Auf dem etwa zwei Meter hohen Horst brütet ein Storchenpaar. „Auch letztes Jahr waren Störche hier, doch einer ist überfahren worden“, erinnert sich Haralt Köpke, ehemaliger Hamburger BUND-Chef. Weil an der Autobahn Bäume gefällt worden waren, hatte das Tier wohl die Orientierung verloren und war zu tief geflogen. Köpke: „Zum Glück hat der Storch einen neuen Partner gefunden.“
Einen Steinwurf entfernt, am Großmoordamm, liegt das alte Reetdachhaus der Familie Koch. Schon von weitem kann man den brütenden Storch auf dem Dach erkennen. „Wir hatten schon immer Störche“, erzählt Nadine Koch, deren Familie seit Generationen hier lebt. Es gebe ein altes Ölgemälde vom Haus aus dem frühen 19. Jahrhundert. „Mit Storch!“
Die Jungen sind inzwischen geschlüpft, bei der Fütterung ist das Klappern zu hören. Jedoch ein Junges ist bereits tot, es lag eines Morgens vorm Haus. „Die Hamburger Störche sind gut gestartet“, so Experte Pelch. Das sei aber keine Garantie für ein gutes Brutergebnis am Ende der Saison.
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