Zu wenig Besucher: Weltcafé geschlossen!

Wer sind meine Nachbarn? Im Weltcafé trafen sich Flüchtlinge und Einheimische zum gemeinsamen Klönen, Essen und Kaffee trinken. Foto: pr

Ehrenamtliches Flüchtlingshilfeprojekt soll nach Umbau
der Erstaufnahme am Karl-Arnold-Ring wieder öffnen

Von Christopher von Savigny.
Es ist eine Schließung auf Zeit: Mitte Oktober hat das Weltcafé im Laurens-Janssen-Haus (Kirchdorfer Damm) nach nur einem Jahr Betrieb seine Pforten dicht gemacht. Die überwiegend ehrenamtlich betriebene Einrichtung hatte sich um die Bewohner des nahen Zentralen Erstaufnahmelagers (ZEA) am Karl-Arnold-Ring gekümmert – jeweils einmal pro Woche waren Flüchtlinge und Einheimische zum gemeinsamen Kaffeetrinken, Musikmachen und Spielen eingeladen.
Doch zuletzt kamen immer weniger Besucher. Hintergrund: Die ZEA wird Ende Januar geschlossen und anschließend zu einer Folgeunterkunft umgebaut. Sobald die ersten Bewohner eingezogen sind – der Zeitpunkt steht noch nicht fest –, will das Weltcafé wieder seine Dienste anbieten.
Barbara Kopf, Leiterin des Freizeithauses Kirchdorf-Süd und Initiatorin des Weltcafés, findet die zwischenzeitliche „Zwangspause“ bedauerlich. „Die Flüchtlinge konnten sich bei uns vom oft anstrengenden Alltag im Camp erholen und Fragen stellen. Es sind Freundschaften entstanden, und wir haben zusammen Ausflüge unternommen.“
Nach der Vorstellung des Weltcafés hätte das Lager nicht schließen dürfen. „Wir hatten gute Strukturen aufgebaut“, sagt Kopf. „Inzwischen sind natürlich viele unserer Gäste in andere Camps umgezogen. Leider werden aber viele wichtige Entscheidungen nach wie vor am Schreibtisch und über unsere Köpfe hinweg getroffen. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt.“
Träger der Wilhelmsburger ZEA ist der Harburger Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Für die Umwandlung der Einrichtung in eine Folgeunterkunft sind die Planungen noch nicht abgeschlossen“, erläutert DRK-Sprecherin Astrid Heissen. Auf die Zusammenarbeit mit dem Weltcafé angesprochen sagt Heissen: „Es gab keine Probleme oder Konflikte.“ Die Schließung sei durch die rückläufigen Besucherzahlen begründet.
Im Weltcafé arbeiteten nach Auskunft von Kopf etwa zehn bis 15 Ehrenamtliche sowie vier hauptamtliche Mitarbeiter. Das Projekt wird unter anderem von der gemeinnützigen Passage GmbH getragen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.