Zu viele Gefahren für Radfahrer

Dürfen bald Radfahrer auf der Busspur über die Norderelbbrücke rollen? Die Verkehrsbehörde will das prüfen. (Foto: Astrid Stichnot)

Norderelbbrücken: Wilhelmsburger wollen auf der Busspur über die Elbe radeln – Behörde will das prüfen

Der Weg über die Norderelbbrücken steckt für Radfahrer voller Gefahren. Heike Bunte ist lange Zeit täglich über die Elbe zur Arbeit geradelt. Die Wilhelmsburgerin kritisiert: Der Radweg ist mit stellenweise nur einem Meter Breite viel zu schmal, offene Kanten der Leitplanken sind gefährlich und die Verkehrsführung ist für Radfahrer unübersichtlich. „Die Stre-cke wird von vielen Menschen als gefährlich empfunden und die Motivation, mit dem Rad zu fahren ist somit niedrig“, sagt Bunte. Viel sicherer wäre es, wenn Radfahrer die Busspur in der Mitte der Brücke nutzen könnten, meint sie. Weil die Behörden das bisher anders sehen, hat sich Bunte mit einer Petition (siehe Infokasten) an die Bürgerschaft gewandt.
Für ihre Initiative bekommt Bunte auf den Elbinseln viel Zuspruch: Die Vereine Fahrradstadt Wilhelmsburg und Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg und der Vorsitzende der Veddeler SPD Klaus Lübke schließen sich ihrer Forderung an. „Die kombinierten Rad- und Fußwege über die Neue Elbbrücke sind viel zu eng für ein sicheres Überqueren der Brücke. Außerdem sind die Wege nur durch eine Leitplanke vom brüllend lauten Verkehr getrennt“, kritisiert Lübke.
Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hält die Freigabe der Busspur für absolut sinnvoll, leicht umsetzbar und längst überfällig. „Jetzt könnte die Stadt Hamburg ihrem Versprechen, den Radverkehr zu fördern, an dieser Stelle endlich einmal mit relativ wenig Aufwand Taten folgen lassen“, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau.
Die Behörden haben das Thema schon länger auf dem Tisch: Dass die Freigabe des Busson-derstreifens für den Radverkehr machbar und lohnend ist, hatte eine vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie bereits 2011 ergeben. Warum ist das Vorhaben also nicht schon längst umgesetzt? Helma Krstanoski, von der zuständigen Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation erklärt: „Die Umsetzung scheiterte bisher an Sicherheitsbedenken der Hochbahn.“ Doch die Bürgerschaft hat bereits auf Heike Buntes Petition reagiert: Die Behörde soll weiter prüfen und wird eine vertiefende Untersuchung in Auftrag geben, so Krstanoski.


Was ist eine Petition?
Nach Artikel 17 des Grundgesetzes hat jeder das Recht, sich mit Bitten oder Beschwerden an seine Volksvertretung zu wenden – Petitionen können Erwachsene, Minderjährige, betreute Personen, Häftlinge, deutsche und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose einreichen. In Hamburg nimmt der Eingabeausschuss der Bürgerschaft Petitionen an, die sich gegen Benachteiligung oder ungerechte Behandlung durch staatliche Stellen richten oder die Arbeitsweise von Behörden in Hamburg kritisieren. Das Parlament muss zu allen Eingaben Stellung nehmen.
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