Zu teuer! Kirche soll abgerissen werden

Auf Pastor Vigo Schmidt und seine Gemeinde kommen große Veränderungen zu. Für den Neubau neben der Emmaus-Kirche müssen auch einige alte und wertvolle Bäume gefällt werden – darunter eine Linde und ein Ahornbaum.

Gemeinde will auf Paul-Gerhardt-Kirche verzichten – neues Gemeindezentrum geplant

Vor rund 14 Jahren verschmolzen die evangelische Paul-Gerhardt- und die 1,5 Kilometer entfernte Emmaus-Gemeinde zur Reiherstieg-Kirchengemeinde. „Wir haben uns vorgemacht, wir könnten das schaffen, beide Zentren mit Leben zu füllen“, sagt Pastor Vigo Schmidt, Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Doch es klappte nicht: Die Gemeindearbeit findet an der Paul-Gerhardt-Kirche statt, in Emmaus ist es „sehr verwaist“, so Schmidt. Zudem kann sich die Gemeinde den Unterhalt der vielen Gebäude an zwei Standorten nicht leisten, geschweige denn ihre dringend benötigte Sanierung. Nach jahrelangen Prüfungen entschied man sich zu einem radikalen Schritt: Fast alle Gebäude werden aufgegeben und rund um die Emmaus-Kirche soll ein zentraler und zukunftsfähiger Standort entstehen.
Das plant die Reiherstieg-Gemeinde: Die Paul-Gerhardt-Kirche und alle Gebäude in der Georg-Wilhelm-Straße werden abgerissen, das Grundstück verkauft. Auch das 1908 gebaute Gemeindehaus der Emmauskirche am Rotenhäuser Damm 11 soll verkauft werden. Aus dem gesamten Verkaufserlös soll ein neues Gemeindezentrum finanziert werden. Der 440 Quadratmeter große Flachbau wird direkt an der Emmaus-Kirche stehen. Kostenpunkt: eine Million Euro. Gegenüber wird die Kindertagesstätte der Emmaus-Kirche in einen zweieinhalb geschossigen Neubau einziehen, den der Träger Kirchengemeindeverband Hamburg-Ost finanziert. Die Kita-Kinder werden zukünftig im Kirchgarten spielen.
Der Abriss der Kirche sei kein einfacher Schritt und für alle Gemeindemitglieder schmerzlich, gibt Schmidt zu. Er sei aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglich. Denn die Gemeinde sei auf 4.350 Mitglieder geschrumpft. Zum Vergleich: Als die Paul-Gerhardt-Kirche 1962 eingeweiht wurde, zählten beide Gemeinden zusammen 16.000 Mitglieder. „In den Gottesdienst kommen sonntags nur etwa 20 Personen“, sagt Schmidt.
Die zuständige Nordkirche hat der Entwidmung der Paul-Gerhardt-Kirche bereits zugestimmt. Sie kann erst abgerissen werden, wenn das Denkmalschutzamt grünes Licht gibt. „Bevor wir zustimmen, versuchen wir auszuloten, ob es eine andere Nutzung geben könnte“, sagt Sprecher Enno Isermann. Darüber berate man auch mit der IBA.
 auf anderen WebseitenSenden
2 Kommentare
7
Dieter Pickel aus Wilhelmsburg | 07.03.2014 | 22:08  
6
Wolfgang Lunk aus Wilhelmsburg | 19.03.2014 | 09:38  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.