Zoff um Radweg

Die Einbahnstraße Am Gleise soll für Radler freigegeben werden. Wegen der unübersichtlichen Kurve soll rechts ein Parkverbot eingerichtet werden. SPD-Politiker Klaus Lübke befürchtet Parkplatz-Chaos. Foto: pit

Einbahnstraße Am Gleise soll für Radler freigegeben werden –
Politik befürchtet Parkplatz-Chaos

Die Stadt zeigt Herz für Radfahrer: Einbahnstraßen, die in Tempo-30-Zonen liegen, sollen künftig in die falsche Richtung beradelt werden dürfen. Verkehrsbehörde und Polizei prüfen derzeit hamburgweit, wo sich der Plan problemlos umsetzen lässt. „In Wilhelmsburg und Veddel können wir bis auf die Fährstraße alle Einbahnstraßen für Radfahrer öffnen“, sagt Detlev Gündel, Fahrradbeauftragter der Stadt. Doch noch bevor die ersten „Radfahrer frei“-Schilder aufgestellt sind, gibts schon Zoff.
Die Einbahnstraße Am Gleise geht in einer scharfen Kurve in den Passierzettel über. Die Autos parken in Fahrtrichtung am linken Fahrbahnrand. Damit es in der unübersichtlichen Kurve nicht kracht, wenn Radler und Auto sich demnächst entgegenkommen, soll dort ein Parkverbot eingerichtet werden. „Die Pkw parken dann einfach rechts statt links“, erklärt Gündel.
Doch genau diese simple Lösung stößt beim Veddeler SPDler Klaus Lübke auf wenig Gegenliebe: „Auf der rechten Straßenseite ist nicht genug Platz, denn da kommt die Lärmschutzwand hin!“ Für Lärmschutzwand, Parkplätze und Radweg sei die Straße viel zu eng. „Aber uns hat ja keiner gefragt“, ärgert er sich. „Hier wird völlig überflüssig ein Problem produziert, das vorher nicht da war!“
Weder in der Verkehrsbehörde noch im Bezirksamt hat man die geplante Lärmschutzwand auf der Rechnung. Ein entsprechender Antrag der Bezirksversammlung wurde zwar an die Bahn AG weitergeleitet. „Aber wir haben noch keine Rückmeldung“, so Bezirksamtssprecher Lars Schmidt- von Koss.
Doch offenbar ist man bei der Deutschen Bahn schon weiter: „Der Bund, der für Lärmschutzmaßnahmen zuständig ist, hat die Wand für die Bearbeitung freigegeben“, bestätigt Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst. Wann das Projekt realisiert werde, könne man allerdings noch nicht sagen. „Auch nicht, wie hoch und wie lang die Wand wird.“
Für den SPD-Mann steht fest: Das wird auf jeden Fall zu eng! „Da wird ein beidseitiges Halteverbot hinkommen, wodurch auf 200 Metern alle Parkplätze wegfallen“, unkt Lübke. „Das gibt ein Chaos!“
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