Zoff um den Zaun

Der Zaun um den Inselpark bleibt. Ihn zu entfernen wäre teuer, heißt es aus dem Bezirksamt. Außerdem will man sich die Option offen halten, den Park nachts abzuschließen. Auch Planten un Blomen – hier fanden mehrere Gartenschauen statt – bleibt nachts geschlossen.

Bezirk Hamburg Mitte will die Absperrung um den Inselpark stehen lassen

Wer zurzeit nach 22 Uhr oder vor 6 Uhr morgens den 100 Hektar großen Wilhelmsburger Inselpark betreten will, steht vor verschlossenen Toren. Solange auf dem Gelände noch Bauarbeiten stattfinden, müsse der Park nachts abgeschlossen werden, heißt es aus dem Bezirksamt, das zum Januar dessen Verwaltung übernommen hat. Doch während die Bagger vermutlich im Sommer verschwinden, bleiben die Zäune und Tore stehen. Im Bezirksamt überlegt man sogar, den Inselpark nachts dauerhaft abzuschließen, um so Vandalismus vorzubeugen. „Sollte es zu einer Schließung über Nacht kommen, wird das im Vorwege mit Bürgern, Politikern und Anwohnern diskutiert“, versichert Bezirksamtssprecher Norman Cordes.
Allein dass der Zaun noch steht, sei ein Wortbruch, kritisiert Manuel Humburg vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. „Die Ansage war immer: Nach der igs kommt der Zaun weg und die Wilhelmsburger kriegen ihren Park wieder“, sagt er. Man habe den Anwohnern in den vergangenen Jahren genug zugemutet: Sie konnten öffentliche Wegeverbindungen durch den Park und den Radweg entlang der Wilhelmsburger Reichsstraße nicht nutzen und mussten weite Umwege in Kauf nehmen. „Die Wilhelmsburger haben die Unannehmlichkeiten in Kauf genommen, weil sie dachten, irgendwann ist es vorbei“, so Humburg. Zudem sei der Zaun kein passendes Mittel, um den Park vor Vandalismus zu schützen, meint Helga Arp, ebenfalls Mitglied im Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg. „Vandalismus kann man verhindern, wenn die Menschen das Gefühl haben, dass ist ihr Park. Der Zaun bewirkt das Gegenteil“, sagt sie.
Die nächtlichen Schließung ist auch für alle ärgerlich, die auf dem Gelände ihre Kleingärten haben. Wollen sie den Park nachts verlassen, müssen sie durch die Drehkreuze. „Versuchen sie mal, sich mit einer Kiste Wasser oder einem Sack Laub durch das Drehkreuz zu quetschen“, sagt eine Wilhelmsburgerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Auch mit dem Fahrrad kommt man nachts nicht mehr raus. Den langen Weg zur S-Bahn müssten die Kleingärtner zu Fuß zurücklegen. Und wer von Ost nach West will, muss einen langen Umweg um den Inselpark herumfahren. „Wo ist der Stadtpark für alle?“, fragt die Wilhelmsburgerin wütend. „Mit der igs haben die uns keinen Gefallen getan!“
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