Zimmer mit Aussicht – auf Sperrmüll

Klaus Feldebert und Maik Kneisel (l.) gucken von ihrem Balkon direkt auf Sperrmüll. „Wenn der angeholt wird, steht am nächsten Tag neuer da“, sagen sie.

Ernst-August-Deich 21-31 hat schon lange ein Müllproblem – Stadtreinigung und Hausverwaltung bislang machtlos

Wer vom Ernst-August-Stieg links in den Ernst-August-Deich abbiegt, sieht eine rotgeklinkerte Häuserzeile – und davor ziemlich viel Müll. Nicht nur, dass die Hauscontainer überquellen und zahlreiche aufgerissene Tüten daneben liegen, auch etlicher Sperrmüll gesellt sich dazu. „Man guckt vom Balkon und sieht nur Müll“, ärgert sich Anwohner Klaus Feldebert.
Für ihn und Mitbewohner Maik Kneisel ist das Problem hausgemacht: „Viele Leute stellen ihre Mülltüten einfach neben den Container, auch wenn der gar nicht voll ist.“ Manche würden ihren Abfall sogar aus dem Fenster schmeißen. „Das interessiert offenbar keinen“, so Kneisel.
Hier täuscht sich der Mieter allerdings, denn sowohl die Stadtreinigung Hamburg (SRHH) als auch die zuständige Hausverwaltung Ernst Kröger & Sohn GmbH (EKS) hat das Problem bereits seit Längerem im Visier. „Wir sind im regen Kontakt mit der Hausverwaltung“, bestätigt SRHH-Sprecher Andree Möller. Im Laufe der Jahre habe man das Volumen der Container schon des Öfteren erhöht, doch damit scheint das Problem offenbar nicht zu lösen. „Manchmal kommen unsere Leute gar nicht an die Container ran, weil da so viel Sperrmüll vorsteht“, so Möller.
Laut Hausverwaltung sei die zeitweilige Überbelegung in einigen Wohnungen Schuld am vermehrten Hausmüll. Doch auch die Ernst Kröger & Sohn GmbH hat erkannt, dass allein eine Änderung der Entleerungshäufigkeit auf Dauer nichts bringt. „Temporäres Müllmehraufkommen kann damit nicht voll abgefedert werden“, weiß EKS-Sprecher Hans-Dieter Stolle.
Eine noch ganz andere Herausforderung für die EKS stellt der Sperrmüll dar. Stolle: „Die Überlegungen gehen in Richtung Langfristigkeit.“ Kurzfris-tig habe man mit einem Hausmeisterwechsel zum 1. April zumindest schon mal die vertraglichen Möglichkeiten geschaffen, „flexibler reagieren zu können“, so Stolle.
Die Mieter beobachten die Entwicklung genau. „Bisher war es so, dass wenn der Sperrmüll abgeholt wurde, am nächsten Tag neue Sachen dastehen“, sagt Klaus Feldebert.
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harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 02.05.2012 | 20:31  
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