"Zaunverlauf" - Planungen des Bezirks Mitte für den Wilhelmsburger Park

Grenzen im Wilhelmsburger Park nach Variante 2 der Bezirks-Entwürfe
 
Grenzen nach Entwurf - Variante 1 des Bezirks Mitte

Der Bezirk MItte hat jetzt im Internet einen"Übersichtsplan Zaunverlauf" mit zwei Varianten vom 11.2.2014 veröffentlicht. Danach würde der Park in mehrere durch Zäune und Wasserläufe umschlossene Parkinseln geteilt. Die Planung, so der Bezirk, würde ergebnisoffen im Stadtteil diskutiert.

Zwei Varianten für Zaunverläufe

Variante 1 sieht einen Park westlich und einen Park östlich der Wilhelmsburger Reichsstraße vor; falls die WRS verlegt werden sollte, müsste diese durch einen Zaun ersetzt werden. Bei geschlossenem Park gibt es für Fußgänger und Fahrräder keine Ost-West-Wege, sondern nur eine Nord-Süd-Verbindung - damit werden die in den für den Park beschlossenen Bebauungsplänen (Wilhelmsburg 90, Wilhelmsburg 92 und Wilhelmsburg 93) ausdrücklich beschriebenen Wege nicht gesichert. Deshalb ist die Variante 2 aktueller und wahrscheinlicher.

Vier Parkinseln im Wilhelmsburger Park

Nach Variante 2 entstehen vier umschlossene Parkinseln und einige offene und nach Auffassung der Zaunplaner weniger schützenswerte Parkbereiche:

Parkinsel A im Nordwesten umfasst die Kapelle, den Mengepark und die "Wasserwelten" gegenüber vom Wasserwerk.
Abgegrenzt ist sie vom freien Bereich durch Zäune, die Lärmschutzwand an der bestehenden Wilhelmsburger Reichsstraße, sowie die Rathauswettern, über die eine verschließbare Brücke führt.
Vom Bürgerhaus und Bahnhof zum Kurdamm und umzu kann man nur noch während der Öffnungszeiten durch den Park gehen und radeln, sonst mit einem Umweg über die Hauptstraßen Mengestraße und Georg-Wilhelm-Straße.

Parkinsel B im Südwesten zwischen Kükenbrack, Mahlbusen und Peter-Beenck-Straße umfasst u.a. den großen Spielplatz beim Kuckuckshorn. Nach Osten gibt es hier ebenfalls eine verschließbare Brücke zwischen Mahlbusen und Kükenbrack.

Parkinsel C im Nordwesten lässt den Bereich um die Badehalle und das Wälderhaus frei; auch das Gebiet südlich der IBA-Häuser bleibt frei.
Die Parkinsel umfasst vor allem Spiel- und Sportanlagen, wie z.B. die derzeit kostenlosen Skaterflächen und die Kletteranlage, die man für ca. 15-20 Euro nutzen kann.
Die größte Fläche bilden die Kleingärten.

Grenzen sind die Lärmschutzwand der Bahn, einige Zäune und vor allem der Kuckucksteich und der Kanukanal, über die wiederum verschließbare Brücken führen.

Am kleinsten ist die durch Zäune umschlossene Parkinsel D im Südosten zwischen den Kleingärten, die die "Welt der Kontinente" umfasst.

Freie und geschlossene Wegeverbindungen

Frei bleibt die Veloroute auf dem Hauland, parallel zur Wilhelmsburger Reichsstraße.

Die Ost-West-Route von der Brackstraße zum Bereich um den Kuckuckshorn und die Georg-Wilhelm-Straße kann man in den Schließzeiten des Parks mit Umwegen benutzen, allerdings nur über Treppen sowohl an der Brackstraße als auch über die Wilhemsburger Reichsstraße.

Die neu gebaute barrierefreie Brücke über die WRS ist bei der Planung nicht mehr erkennbar. Offenbar geht man davon aus, dass sie nach 2014 nicht mehr besteht.

Die gerade durch Preise für den Bezirk Mitte ausgezeichneten "Loops" führen durch viele Tore, die nachts geschlossen werden und sind deshalb nur in den Öffnungszeiten benutzbar.

Neubau von Zäunen und Toren

Insgesamt bleiben nur drei Tore an ihrem Platz, 17 sollen zurück gebaut werden, 22 neu entstehen (wenn ich richtig gezählt habe). Und auch Zäune sollen in erheblichem Umfang abgerissen und andererseits neu gebaut werden.

Kosten

Über die Kosten der Planungen, der abzureißenden sowie neu zu bauenden Tore und Zäune, ihre Unterhalts- und Reparaturkosten und vor allem die an 365 Tagen im Jahr erforderliche Schließung und Öffnung der 25 Tore ist bisher nichts bekannt.
SIcher ist aber: Dieses alles mus bezahlt werden aus Mitteln, die eigentlich für die Pflege des Parks vorgesehen sind.

Die Alternative heißt: Zaunpark oder freier Wilhelmsburger Park

In der Begründung zum rechtkräftigen Bebauungsplan 90 heißt es auf S. 45 :
"Nach Beendigung der igs 2013 sollen die Gartenschauflächen zu einem Volkspark umgewandelt werden und somit allen Bürgern uneingeschränkt zur Verfügung stehen".

Diese klare Aussage wird von keiner der Zaunverlaufsvarianten erfüllt. Deshalb geht es nicht um Zaunverlauf Variante 1 oder 2 oder 3 oder 4, sondern um die Frage, ob es ein freier gepflegter Park für alle und mit allen sein soll oder eine Ansammlung von umschlossenen Parkparzellen.

Der Bezirk will im Stadtteil diskutieren. Aber weder die Bezirksversammlung noch der Regionalausschuss hat bisher einen Ort und Zeitpunkt für die DIskussion angesetzt.
Die MItarbeiter des Bezirks führen stattdessen Gespräche mal mit den Betreibern der kommerziellen Angebote im Park, mal mit Kleingärtnern und vielleicht auch mit einzelnen Anwohnern.
Notwendig aber ist eine öffentliche Diskussion mit allen.
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